Wir möchten mit dieser Information
keine Angst schüren, sondern Ihnen sachlich die Infektionskrankheit vorstellen und die Symptome beschreiben!
Milzbrand ist eine perakut bis akut,
also sehr schnell verlaufende Infektion der Säugetiere,
die durch Bakterien der Art Bazillus anthracis verursacht wird.
Diese Erkrankung befällt vor allem Rinder und Schafe, seltener
Pferde und Ziegen. Fleischfresser, wie unsere Hunde und Katzen,
sowie Schweine und Menschen gelten als wenig empfänglich.
Die Erkrankung tritt weltweit, bevorzugt jedoch in warmen Ländern
auf.
Bacillus anthracis bildet zur Fortpflanzung
Sporen aus, die außerhalb des Körpers jahrelang im
Boden überleben können. So können durch erkrankte
Tiere infizierte Weiden für lange Zeit infektiös bleiben.
Die Bezeichnung ergab sich aus der Beobachtung,
dass die Milz bei erkrankten Tieren vergrößert,
so wie Schwarzbrot verfärbt ist und wie "verbrannt"
aussieht.
Die Symptome beim Wiederkäuer sind
schnell verlaufende Erkrankung mit Austritt von dunklem, schlecht
gerinnendem Blut aus Anus, Vulva, Maul und Nase. Typisch sind
auch blutige Ergüsse in die Körperhöhlen
wie Bauch und Lunge sowie eine Milzschwellung. Es kommt zum schnellen
Tod des Tieres. .Bei Fleischfresser und Schwein verläuft
die Krankheit eher chronisch mit Pharynx-Lokalisation, ödematöser Schwellung am Hals und
Darmentzündungen
Der Mensch ist wenig empfänglich,
kann jedoch nach Kontakt mit sporenkontaminiertem Tiermaterial
erkranken (meist berufsbedingte Exposition). Die häufigste
klinische Form ist Hautform. Durch direkten Kontakt gelangen
Milzbrandsporen in kleine oberflächliche Hautverletzungen.
Nach kurzer Zeit entsteht ein rotes Knötchen mit einem schwarzen
Zentrum. Daraus entwickelt sich schnell ein eitergefülltes
Bläschen. Mit einer weiteren Ausdehnung der Erkrankung treten
neue Bläschen auf. Es existieren auch die Lungenform (aerogene
Infektion) und die Darmform (Genuss von infiziertem rohem Fleisch
oder ungekochter Milch von erkrankten Tieren).
Eine Übertragung des Milzbrandes
auf den Menschen kommt bei Berufsgruppen vor, die engen Kontakt
zu diesen Tieren haben oder mit Produkten dieser Tiere, wie Tierhäuten,
Fleisch oder Milch in Berührung kommen. In den meisten Fällen
ist der Milzbrand daher eine Berufskrankheit. In Deutschland
ist diese Erkrankung beim Menschen selten.
Der Hund besitzt im Vergleich zur Katze
eine noch höhere Resistenz gegenüber dem Erreger. Die
Erkrankung kommt deshalb nur selten vor und beruht auf dem Verfüttern
von massiv infizierten Tierkadavern. Die Krankheit verläuft
auch beim Hund unter dem Bild einer allgemeinen Blutvergiftung
mit dem Erreger mit plötzlichem Beginn und schnellem Verlauf.
Es zeigen sich schwere Einschränkungen des Allgemeinbefindens,
hohes Fieber, evt. blutiger Durchfall und besonders auffälligem
entzündlichen Ödemen der Lippen, des Kopfes und des
Pharynx. Durch diese Anschwellungen kommt es zur Atemnot des
Tieres. Wie beim Menschen erfolgt die Therapie mit speziellen
Antibiotika.
Zur Prophylaxe sollte kein rohes
Fleisch unbekannter Herkunft sowie rohe Milch verfüttert
werden.
© 2000 -2010 Text und
Bilder: Dr. med. vet.
Kristine Hucke, Wiesbaden