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Ernährung
von
Kaninchen
und Meerschweinchen
- Heimkaninchen und Meerschweinchen
werden zu oft nur mit gekauftem Fertigfutter, wenig Grünfutter,
wenig Wurzelfrüchten und wenig Heu gefüttert.
- Bei dieser Futterzusammenstellung
ist jedoch der Nährstoffgehalt
zu hoch und der Rohfasergehalt viel zu niedrig. Die Risiken
von Verdauungsstörungen wie Durchfällen,
Verstopfungen, Magenüberladungen
oder Koliken sind dementsprechend hoch.
- Kaninchen besitzen einen
relativ großen Magen
und einen sehr großen Blinddarm.
- In dieser Gärkammer Blinddarm wird
das rohfaserreiche Futter durch die Mikroflora aufgespalten und
so eine große Menge an Nährstoffen aufgenommen. Ein
Teil des schleimüberzogenen Blinddarmkots wird vom Kaninchen
wieder aufgenommen und erneut verdaut.
- Für diese Verdauung ist jedoch
ein Rohfasergehalt von mindestens
14 Prozent, besser von 22 Prozent
wichtig.
Als Basisfutter
für Kaninchen und Meerschweinchen
ist
Heu anzusehen.
- Zusätzlich sollte
Gras, Blätter von Leguminosen ( Möhrengrün,
Sellerie- und Kohlrabigrün )
sowie Kräuter ( glatte und
krause Petersilie), Löwenzahn
gegeben werden. Als Abwechslung kann trockenes
Brot oder Vollkornknäckebrot zugefüttert werden.
- Von Körnerfutter als Grundnahrungsmittel
ist abzuraten, hier ist der Rohfasergehalt viel zu niedrig, die
Tiere nehmen aus Langweile zu große Mengen und somit einen
zu hohen Energiegehalt auf.
- Die Folge ist Verfettung. In der Natur können Kaninchen nur wenige
Tage im Sommer Körner aufnehmen, wenn das Getreide reif
ist und geerntet wird. In der restlichen Zeit wachsen die Körner
in unerreichbarer Höhe !!
Wichtig für die normale
Darmpassage ist auch die Steigerung der Darmmotilität durch
grobe, unverdauliche Futterbestandteile.
- Auch hier ist Heu und Grünfutter wichtig. Die Passagezeit wird kürzer als
bei feingemahlenen Pellets. Die Pellets werden nur kurz zerbissen und bleiben dann
als feste Masse im Magen und Blinddarm liegen. Wird durch die
lange Passagezeit noch viel Wasser aus dem Verdauungsbrei entzogen,
entsteht eine Verstopfung.
- Auffallend sind die
wenigen und trockenen Kotballen. Wird die Fütterung nicht optimiert, entsteht
bald eine feste, undurchgängige Kotanschoppung im Darm,
die schnell lebensbedrohliche
Formen annehmen können.
- Wird durch jahreszeitlichen
Fellwechsel
oder Langweile zusätzlich noch eine größere
Menge an Haaren aufgenommen,
verklebt dieser Brei zu großen Ballen, die den Magen nicht
mehr verlassen können. Auch hier besteht schnell Lebensgefahr.
Trotz früher, intensiver Therapie kann dann oft nicht mehr
geholfen werden.
- Eine Besonderheit der Nagetiere sind
auch die ständig nachwachsenden
Zähne. Die Backenzähne
wachsen bis zu 1,5 mm pro Woche. Die gleichmäßige
Abnutzung dieser Zähne ist für die Gesundheit ebenfalls
wichtig. Auch hier ist die Fütterung von Heu und das damit
verbundene vermehrte Kauen zum Einspeicheln eine wesentliche
Vorbeugemaßnahme.
Mit Brot, Grünfutter
oder Körnerfutter können nicht genügend Kaubewegungen
zum Abrieb der Zähne ausgelöst werden !! Der überwiegende Teil der
uns vorgestellten Krankheiten der Heimtiere sind durch unsachgemäße
Fütterung verursacht worden.
Bitte
beachten Sie die Hinweise und stellen Sie eventuell die Fütterung Ihres
Haustieres von einer bequemen Fertigfütterung auf eine artgerechte und
lebensverlängernde,
ausgeglichenen Ernährung Ihres Lieblings um:
Heu als Grundfutter, täglich
frisches Grünfutter in kleineren Mengen und maximal 1 Eßlöffel
Fertigfutter beim Kaninchen und ½ Eßlöffel
beim Meerschweinchen.
Geben Sie die Fertigfutterration täglich neu,
eventuell sogar auf zweimal verteilt. Zur
Verhinderung von Langeweile im Käfig sollten die Tier regelmäßig
Freilauf erhalten, eventuell ist die Gabe von sauberen Zweigen von
Obstbäumen oder Weidezweigen zum Benagen sinnvoll.
Eine Aufstellung der verschiedenen Futtermöglichkeiten und was nur in
sehr reduzierter Menge gefüttert werden darf, findet sich auch hier:
Grünfutter:
- Löwenzahn
- Brennesseln ( getrocknet )
- Leguminosen ( kleinere Mengen von
Klee, Luzerne, Süßlupine, Wicke, Erbsen-, Bohnenkraut )
- Huflattich
- Bärenklau
- Giersch
- Kamille
- Queck
- Ackerminze
Gemüseabfälle:
- frisches Möhrenkraut
- Sellerie-, Rettich-, Radieschenblätter
- Abputz von Blumenkohl
- Salat
- Petersilie
- Möhren
- Kohlrabi
- Kartoffeln in kleinen Mengen roh,
sonst gedämpft.
- Vorsicht auch bei nur sehr wenig
Weißkohl- und Rotkohlblätter (Kolikgefahr)
Winter:
- Futterrüben
- Rote Rüben
- Kohlrüben
- Äpfel
- Birnen
- Vorsicht bei Chicorée (Kolikgefahr)!
© 2000 -2011 Text und
Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden
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