Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
Dotzheimer Str. 135a, 65197 Wiesbaden
Telefon: 0611 / 48908
 
 

Home

Begrüßung

Praxisteam

Leistungen

Sprechzeiten

Aktuelles

Infos

Sitemap

Motorrad

Gästebuch

Meine Seite

Impressum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Ernährung

 von

 Kaninchen und Meerschweinchen

 

Heimkaninchen und Meerschweinchen werden zu oft nur mit gekauftem Fertigfutter, wenig Grünfutter, wenig Wurzelfrüchten und wenig Heu gefüttert.
Bei dieser Futterzusammenstellung ist jedoch der Nährstoffgehalt zu hoch und der Rohfasergehalt viel zu niedrig. Die Risiken von Verdauungsstörungen wie Durchfällen, Verstopfungen, Magenüberladungen oder Koliken sind dementsprechend hoch.
Kaninchen besitzen einen relativ großen Magen und einen sehr großen Blinddarm.  
In dieser Gärkammer Blinddarm wird das rohfaserreiche Futter durch die Mikroflora aufgespalten und so eine große Menge an Nährstoffen aufgenommen. Ein Teil des schleimüberzogenen Blinddarmkots wird vom Kaninchen wieder aufgenommen und erneut verdaut.
Für diese Verdauung ist jedoch ein Rohfasergehalt von mindestens 14 Prozent, besser von 22 Prozent wichtig.

 

Als Basisfutter für Kaninchen und Meerschweinchen

ist Heu anzusehen.

Zusätzlich sollte Gras, Blätter von Leguminosen ( Möhrengrün, Sellerie- und Kohlrabigrün ) sowie Kräuter ( glatte und krause Petersilie), Löwenzahn gegeben werden. Als Abwechslung kann trockenes Brot oder Vollkornknäckebrot zugefüttert werden.
Von Körnerfutter als Grundnahrungsmittel ist abzuraten, hier ist der Rohfasergehalt viel zu niedrig, die Tiere nehmen aus Langweile zu große Mengen und somit einen zu hohen Energiegehalt auf.
Die Folge ist Verfettung. In der Natur können Kaninchen nur wenige Tage im Sommer Körner aufnehmen, wenn das Getreide reif ist und geerntet wird. In der restlichen Zeit wachsen die Körner in unerreichbarer Höhe !!

Wichtig für die normale Darmpassage ist auch die Steigerung der Darmmotilität durch grobe, unverdauliche Futterbestandteile.

Auch hier ist Heu und Grünfutter wichtig. Die Passagezeit wird kürzer als bei feingemahlenen Pellets. Die Pellets werden nur kurz zerbissen und bleiben dann als feste Masse im Magen und Blinddarm liegen. Wird durch die lange Passagezeit noch viel Wasser aus dem Verdauungsbrei entzogen, entsteht eine Verstopfung.
Auffallend sind die wenigen und trockenen Kotballen. Wird die Fütterung nicht optimiert, entsteht bald eine feste, undurchgängige Kotanschoppung im Darm, die schnell lebensbedrohliche Formen annehmen können.
Wird durch jahreszeitlichen Fellwechsel oder Langweile zusätzlich noch eine größere Menge an Haaren aufgenommen, verklebt dieser Brei zu großen Ballen, die den Magen nicht mehr verlassen können. Auch hier besteht schnell Lebensgefahr. Trotz früher, intensiver Therapie kann dann oft nicht mehr geholfen werden.
Eine Besonderheit der Nagetiere sind auch die ständig nachwachsenden Zähne. Die Backenzähne wachsen bis zu 1,5 mm pro Woche. Die gleichmäßige Abnutzung dieser Zähne ist für die Gesundheit ebenfalls wichtig. Auch hier ist die Fütterung von Heu und das damit verbundene vermehrte Kauen zum Einspeicheln eine wesentliche Vorbeugemaßnahme. 

 

Mit Brot, Grünfutter oder Körnerfutter können nicht genügend Kaubewegungen zum Abrieb der Zähne ausgelöst werden !!

Der überwiegende Teil der uns vorgestellten Krankheiten der Heimtiere sind durch unsachgemäße Fütterung verursacht worden.

Bitte beachten Sie die Hinweise und stellen Sie eventuell die Fütterung Ihres Haustieres von einer bequemen Fertigfütterung auf eine artgerechte und lebensverlängernde, ausgeglichenen Ernährung Ihres Lieblings um:

Heu als Grundfutter, täglich frisches Grünfutter in kleineren Mengen und maximal 1 Eßlöffel Fertigfutter beim Kaninchen und ½ Eßlöffel beim Meerschweinchen.

Geben Sie die Fertigfutterration täglich neu, eventuell sogar auf zweimal verteilt. Zur Verhinderung von Langeweile im Käfig sollten die Tier regelmäßig Freilauf erhalten, eventuell ist die Gabe von sauberen Zweigen von Obstbäumen oder Weidezweigen zum Benagen sinnvoll.

Eine Aufstellung der verschiedenen Futtermöglichkeiten und was nur in sehr reduzierter Menge gefüttert werden darf, findet sich auch hier: 

 

Grünfutter:

  • Löwenzahn
  • Brennesseln ( getrocknet )
  • Leguminosen ( kleinere Mengen von Klee, Luzerne, Süßlupine, Wicke, Erbsen-, Bohnenkraut )
  • Huflattich
  • Bärenklau
  • Giersch
  • Kamille
  • Queck
  • Ackerminze

 Gemüseabfälle:

  • frisches Möhrenkraut
  • Sellerie-, Rettich-, Radieschenblätter
  • Abputz von Blumenkohl
  • Salat
  • Petersilie
  • Möhren
  • Kohlrabi
  • Kartoffeln in kleinen Mengen roh, sonst gedämpft.
  • Vorsicht auch bei nur sehr wenig Weißkohl- und Rotkohlblätter (Kolikgefahr)

 Winter:

  • Futterrüben
  • Rote Rüben
  • Kohlrüben
  • Äpfel
  • Birnen
  • Vorsicht bei Chicorée (Kolikgefahr)!

© 2000 -2011 Text und Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden