Praxisinfo 2/1999:
Durchfall
bei Hund und Katze
Erste-Hilfe-Maßnahmen
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Durchfall
ist eines der häufigsten Symptome, die dem Tierhalter als Störung des
Allgemeinbefinden des Tieres auffallen.
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Normalerweise passiert der Nahrungsbrei
innerhalb von 8-10 Stunden den Dünndarm, dabei werden 80
% des Wassers aus dem Nahrungsbrei in den Körper aufgenommen.
Auch im Dickdarm und Enddarm wird weiter Wasser resorbiert und
so die Festigung des Kotes erreicht.
Bei Störungen dieses Verdauungsprozesses
kommt es zu einer beschleunigten Darmperistaltik und somit zu
einer verkürzten Verdauungszeit. Dabei kann nur wenig Wasser
aufgenommen werden. Durch Störungen der Darmzotten kann
es auch zu einer zusätzlichen Ausscheidung von Flüssigkeit
kommen.
Ursachen dieser Verdauungsstörungen können vielfältig
sein:
- Ernährungsfehler (Essensreste,
Futterwechsel)
- infektiös oder toxisch bedingte
Störungen ( bakterielle, virale oder parasitäre Erkrankungen,
Vergiftungen mit Schwermetallen, Cumarin, Arsen, Thallium)
- Störungen der Verdauungssekrete
durch Leber-, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen sowie Gebärmutter-
und Nierenerkrankungen
Das Allgemeinbefinden des Tieres, die
Farbe und Konsistenz des Kotes, Häufigkeit und Menge des
Kotabsatzes sowie weitere Krankheitssymptome können wichtige
Hinweise auf die Schwere der Erkrankung geben.
Im Zusammenhang mit der
tierärztlichen Therapie ist eine Diät als wichtigste
Behandlungsbegleitmaßnahme bei allen Durchfallerkrankungen
erforderlich.
1. Die Diätbehandlung
beginnt mit mindestens 24-stündigem
absolutem Hungern.
Dieser Nahrungsentzug ist dringend
erforderlich, um den Darmzotten Zeit zur Regeneration zu geben.
Jede Fütterung in dieser Zeit führt zu weiteren Darmstörungen
und verlängert die Genesungszeit. In dieser Zeit darf nur
abgekochtes Wasser oder Tee ( am besten Kamillentee ) in kleinen
Mengen angeboten werden.
2. Nach der Fastenzeit wird
langsam und in mehreren kleinen Mengen angefüttert. Die besten Erfolge erreichen
Sie mit gekochtem, leicht gesalzenem Reis oder Kartoffelbrei
mit fettarmen Rinderhack oder magerem Geflügelfleisch (
z.B. Brustfleisch ohne Haut ). Auch Hüttenkäse oder
Magerquark gelten als Diät bei Durchfällen. Wichtig
ist bei einer Diät-Kombination zu bleiben, ein Wechsel der
Diät belastet den Darm erneut. 5 - 8 kleine Mahlzeiten entlasten
den Darm weiterhin. Diese Diät wird mindestens drei Tage
oder bis zur deutlichen Besserung der Kotkonsistenz durchgeführt.
3. Nach der Besserung der Konsistenz
des Kotes wird langsam das Normalfutter zur Diät zugefüttert.
Dabei empfiehlt sich, die Menge wie folgt zu erhöhen:
- 1.Tag 25 % Normalfutter,
- 2.Tag 50 % Normalfutter,
- 3. Tag 75 % Normalfutter.
Ein zu schneller Wechsel zum Normalfutter
kann wie ein Futterwechsel erneut zu Durchfallsymptomen führen.
© 2000 -2011 Text: Dr.
Kristine Hucke, Wiesbaden Bilder: Fa. Bayer, Leverkusen