1.3. Deckzeitpunkt:
Die Angaben der Dauer der verschiedenen
Zyklusphasen sind jedoch nur Durchschnittswerte. So wird die
Dauer von Proöstrusbeginn bis zur Ovulation mit 12 Tagen
+/- 4 Tage angegeben, wobei individuelle Schwankungen von 6-30
Tagen festgestellt wurden !
Hier können die sorgfältigen
Aufzeichnungen des Züchters über die Dauer der gesamten
Läufigkeit sowie die Tage der Paarungsbereitschaft wichtige
Hinweise auf größere Abweichungen geben.
Der genaue Zeitpunkt der Ovulation und
die damit verbundene 2-5 Tage spätere Befruchtung kann jedoch
nicht immer eindeutig durch äußerlich sichtbare Veränderungen
bestimmt werden.
Hier helfen die typischen Veränderungen
der aus der Scheide gewonnenen Zellen
(VAGINALZYTOLOGIE ), die Betrachtung
der Scheidenschleimhaut (VAGINOSKOPIE) sowie die Bestimmung des mit der
Ovulation beginnenden deutlichen Anstiegs des Progesteronspiegels
im Blut.
Als Richtlinie gilt, wie oben beschrieben, 2 Tage nach Paarungsbereitschaft
findet der Eisprung statt, und nach weiteren 2 - 3 Tagen sind
die Eier befruchtungsfähig.
1.4. Störungen:
Dieses komplexe Zusammenspiel der verschiedenen
Hormone und Organe ist anfällig auf äußere und
innere Störungen.
Innere Störungen wie Erkrankungen des Hypothalamus, der Hypophyse,
der Schilddrüse oder der Nebenniere können ebenso eine
Trächtigkeit verhindern oder abbrechen wie Stress oder
Erkrankungen der Gebärmutter durch Bakterien.
Bakteriologische Untersuchungen der Gebärmutter können erst nach
Beginn des Proöstrus (Öffnung des Muttermundes) durch
eine Tupferprobe aus der Scheide bestimmt werden.
Hier empfiehlt sich die
Untersuchung bereits in den ersten drei Tagen
der Läufigkeit durchzuführen,
um entsprechend des Laborergebnisses bei Problemkeimen noch vor
dem Deckakt eine antibiotische Behandlung durchgeführt und
abgeschlossen zu haben.
Nur so kann eine Beeinträchtigung
der Follikel und des Spermas verhindert werden sowie die rechtzeitige
Abheilung möglicher Gebärmutterveränderungen ermöglicht
werden.
Stress
der Hündin ist auch ein nicht zu unterschätzender Faktor
bei einem erfolglosem Zuchteinsatz. Durch Stress bei weiten
Fahrten zum Deckrüden oder durch Zwangsmaßnahmen bei
deckunwilligen Hündinnen kann eine Ovulation ausbleiben. Dies
ist besonders bei Deckakten zu Beginn der Paarungsbereitschaft
noch vor der Ovulation (= ca.2.Tag) zu beachten.
Eine bis zu diesem Zeitpunkt normal
verlaufende Läufigkeit führt nicht zu dem erfolgreichen
Zuchteinsatz, da das Fehlen des Eisprunges eine Trächtigkeit
ausschließt.
Eine
vaginalzytologische und vaginoskopische
Untersuchung sowie der
Progesterontest
können eine stattgefundene Ovulation nachweisen. Da die
Befruchtung erst 2 - 3 Tage nach der Ovulation erfolgen kann,
besteht dann noch genügend Zeit zur Planung der Fahrt.
Eine Deckzeitpunktbestimmung eine Woche
vor dem Termin ist nicht möglich !
1.5.Untersuchungsschema:
Bei Problemhündinnen in der Zucht
empfiehlt sich das folgende Untersuchungsschema:
1. Zu Beginn der Läufigkeit ( 1.-3.Tag
) Tupferprobe für eine bakteriologische
Untersuchung
Bei pathologischem Befund erfolgt eine
antibiotische Behandlung noch vor der Bedeckung. Eine prophylaktische
Antibiotikabehandlung ist nicht zu empfehlen !
2.
Vaginoskopische
und vaginalzytologische Untersuchungen
der Hündin in 2 - 3 tägigen Abständen ab dem 7.Tag
(evt. ergänzende Progesteronbestimmungen) um den Ovulationszeitpunkt
zu bestimmen. Hieraus ergibt sich der Zeitpunkt der Bedeckung
(2-5.Tag nach der Ovulation)
© 2000 -2011 Text und
Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden