Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
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 Milzbrand

Wir möchten mit dieser Information keine Angst schüren, sondern Ihnen sachlich die Infektionskrankheit vorstellen und die Symptome beschreiben!

Milzbrand ist eine perakut bis akut, also sehr schnell verlaufende Infektion der Säugetiere, die durch Bakterien der Art Bazillus anthracis verursacht wird. Diese Erkrankung befällt vor allem Rinder und Schafe, seltener Pferde und Ziegen. Fleischfresser, wie unsere Hunde und Katzen, sowie Schweine und Menschen gelten als wenig empfänglich. Die Erkrankung tritt weltweit, bevorzugt jedoch in warmen Ländern auf.

Bacillus anthracis bildet zur Fortpflanzung Sporen aus, die außerhalb des Körpers jahrelang im Boden überleben können. So können durch erkrankte Tiere infizierte Weiden für lange Zeit infektiös bleiben.

Die Bezeichnung ergab sich aus der Beobachtung, dass die Milz bei erkrankten Tieren vergrößert, so wie Schwarzbrot verfärbt ist und wie "verbrannt" aussieht.

Die Symptome beim Wiederkäuer sind schnell verlaufende Erkrankung mit Austritt von dunklem, schlecht gerinnendem Blut aus Anus, Vulva, Maul und Nase. Typisch sind auch blutige Ergüsse in die Körperhöhlen wie Bauch und Lunge sowie eine Milzschwellung. Es kommt zum schnellen Tod des Tieres. .Bei Fleischfresser und Schwein verläuft die Krankheit eher chronisch mit Pharynx-Lokalisation, ödematöser Schwellung am Hals und Darmentzündungen

Der Mensch ist wenig empfänglich, kann jedoch nach Kontakt mit sporenkontaminiertem Tiermaterial erkranken (meist berufsbedingte Exposition). Die häufigste klinische Form ist Hautform. Durch direkten Kontakt gelangen Milzbrandsporen in kleine oberflächliche Hautverletzungen. Nach kurzer Zeit entsteht ein rotes Knötchen mit einem schwarzen Zentrum. Daraus entwickelt sich schnell ein eitergefülltes Bläschen. Mit einer weiteren Ausdehnung der Erkrankung treten neue Bläschen auf. Es existieren auch die Lungenform (aerogene Infektion) und die Darmform (Genuss von infiziertem rohem Fleisch oder ungekochter Milch von erkrankten Tieren).

Eine Übertragung des Milzbrandes auf den Menschen kommt bei Berufsgruppen vor, die engen Kontakt zu diesen Tieren haben oder mit Produkten dieser Tiere, wie Tierhäuten, Fleisch oder Milch in Berührung kommen. In den meisten Fällen ist der Milzbrand daher eine Berufskrankheit. In Deutschland ist diese Erkrankung beim Menschen selten.

Der Hund besitzt im Vergleich zur Katze eine noch höhere Resistenz gegenüber dem Erreger. Die Erkrankung kommt deshalb nur selten vor und beruht auf dem Verfüttern von massiv infizierten Tierkadavern. Die Krankheit verläuft auch beim Hund unter dem Bild einer allgemeinen Blutvergiftung mit dem Erreger mit plötzlichem Beginn und schnellem Verlauf. Es zeigen sich schwere Einschränkungen des Allgemeinbefindens, hohes Fieber, evt. blutiger Durchfall und besonders auffälligem entzündlichen Ödemen der Lippen, des Kopfes und des Pharynx. Durch diese Anschwellungen kommt es zur Atemnot des Tieres. Wie beim Menschen erfolgt die Therapie mit speziellen Antibiotika.

Zur Prophylaxe sollte kein rohes Fleisch unbekannter Herkunft sowie rohe Milch verfüttert werden.

© 2000 -2010 Text und Bilder: Dr. med. vet. Kristine Hucke, Wiesbaden