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Erste Hilfe bei Verletzungen und Unfällen
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4. Erste Hilfe bei Hautverletzungen: |
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4.1 Ursachen von Hautverletzungen
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a) Schnittwunden ( Glasstücke,
Holzsplitter, Nägel, Dornen, Stacheldraht )
b) Bisswunden
c) Schusswunden
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4.2 Formen der Hautverletzungen: |
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- Abschürfungen
- harmloseste Form
Tiefer gelegenes Gewebe unverletzt, Blutungen sind in diesem Bereich
gering, Bakterien können kaum eindringen
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- Oberflächliche Wunden
Durchtrennung der Haut und unverletztem Gewebe darunter, Blutungen
sind geringgradig, da nur kleine Blutgefäße der Haut
durchtrennt sind.
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- Tiefere Wunden
Auch das darunter gelegene Gewebe, Blutgefäße, Nerven,
Sehnen, Muskeln oder Organe können verletzt sein
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4.3 Erstversorgung von Wunden: |
- Blutstillung
- Wundreinigung
- Wunddesinfektion
- Wundabdeckung
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Bei größeren Hautverletzungen
keine Wunddesinfektion, sondern schneller Transport zum Tierarzt,
da eine chirurgische Versorgung wegen der besseren Wundheilung
immer in den ersten Stunden stattfinden sollte. |
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4.3.1 Blutstillung |
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Durchtrennte Venen: Das dunkelrote Blut fließt
kräftig aber gleichmäßig langsam aus der Wunde.
Bei kleinen oder mittelgroßen Venen kommt die Blutung oft
von selbst zum Stillstand. |
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Durchtrennte Arterien: Je nach Größe des Gefäßes
kommt es zu mehr oder weniger starkem Austritt von hellrotem
Blut. Das Blut kann regelrecht herausspritzen oder auch pulsierend
austreten. Diese Blutungen sind auf jeden Fall zu beachten. |
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4.3.1.1 Blutstillung bei leichten
Blutungen : |
- Druck: mehrere Minuten gleich bleibenden
Druck
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- sterilen Gazetupfern, Taschentuch,
sauberer Stoff.
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- Eisbeutel , Kühlelemente
aus dem Gefrierfach oder Erste-Hilfe- Kühlpackung.
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Zwischen Wunde und Kühlpackung
wird ein Stück Gaze oder sauberes Tuch gelegt und mit leichtem
Druck festgehalten
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Ruhige Lagerung verhindert
einen erneuten Beginn der Blutung.
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4.3.1.2 Blutstillung bei starken
Blutungen, |
die durch Druck und
Kühlung nicht gestoppt werden können
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Können an Gliedmaßen
und Schwanz einen größeren Blutverlust vermindern,
bis das Tier einem Tierarzt vorgestellt werden kann.
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- Gummibänder, Hosenträger,
elastische Gürtel, Hundeleinen oder zusammengedrehte Stoffstreifen
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Staubinde max. 15 min geschlossen
halten, dann öffnen, um die Blutzirkulation wiederherzustellen,
eventuell nach 1 min wieder anziehen.
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Kann auch durch die Stauschlinge
die Blutung noch nicht ganz gestillt werden, kann zusätzlicher
Druck und Kühlung auf der Wunde angewendet werden.
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Eine Staubinde darf niemals
am Hals angelegt werden, da so die lebensnotwendige Durchblutung
des Gehirns behindert wird.
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Bei allen Blutstillungsarten:
Ständiges Überprüfen
unterlassen !
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Die langsam aufgebauten
Fibringerüste werden durch den erneuten Blutstrom aus der
Wunde geschwemmt, die Blutgerinnung muss erneut wieder aufgebaut
werden. Alle Anwendungen sollten 2-5 min belassen werden, bevor
eine Überprüfung stattfindet, blutet die Wunde stark
weiter, sollten weitere Druck- und Kühlelemente auf den
bisherigen Verband angelegt werden und nicht die untere Schicht
entfernt werden. |
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Die Blutstillung von großen
Blutungen hat Vorrang vor einer genauen Wundreinigung und Desinfektion
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4.3.2 Wundreinigung |
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Hautabschürfungen oder
Wunden sind an unbehaarten Körperstellen und bei kurzhaarigen
Tieren nicht zu übersehen. Bei langhaarigen Rassen muss
man das Fell ca.1-2 cm um die Wunde herum wegschneiden und etwaige
Fremdkörper ( Sand, Erde ) entfernen, bevor das Ausmaß
der Verletzung festgestellt werden kann. Dabei sollten keine
Haare in die Wunde fallen, eventuell die Wunde vorher mit Gaze
abdecken. |
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- Ausspülen: wenn Wunde
durch Erde, Speichel oder Fremdkörpern verschmutzt ist
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verdünntes
Desinfektionsmittel, Gaze oder Einmalspritze
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- verdünnte Kamillen-Tinktur,
sauberes Stück Stoff
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- mildes Desinfektionsmittel (Wasserstoffsuperoxyd, Cutisept, Betaisodonna, Kamille)
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- Wunde mit sauberen Tuch
trocknen und mit unverdünntem Desinfektionsmittel abtupfen
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4.3.3 Wundschutz |
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- Gaze, sauberes Stoffstück
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kann durch einen Verband befestigt
werden, erneute Blutungen werden eingedämmt
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- Verbandsmaterial : Mullbinden,
elast. Binden, saubere Stoffteile aller Art
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- Heftpflaster, Klebeband,
Stoffteile, Sicherheitsnadeln zum Befestigen
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Kurzfristige Verbände:
nur auf einen sicheren Sitz achten |
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Langfristige Verbände:
Stauungen durch zu feste Verbände vermeiden |
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Stauungen: Anschwellen der Gliedmaße ober- oder unterhalb
des Verbandes. |
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Pfotenverbände:
wichtig die einzelnen Zehenzwischenräume
sowie die 5.Zehe durch Watte abpolstern, um Druckverletzungen
zu verhindern. |
- Gaze auf die Wunde legen
- Pfote mit Watte abpolstern
- mäßig angezogener
Verband von der Pfote aufwärts anlegen
- Klebestreifen
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Verbände im oberen
Teil der Gliedmaße - Gefahr der Stauungen beachten
Verbände im Halsbereich - auf ungehinderte Atmung achten
Schwanzverbände - nicht zu dick anlegen |
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© 2000 -2011 Text: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden Bilder: Fa. Bayer,
Leverkusen
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