Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
Dotzheimer Str. 135a, 65197 Wiesbaden
Telefon: 0611 / 48908
 

 

 Erste Hilfe bei Hund und Katze

 

Teil 2: Notfälle - Organsysteme 

 
 
16. Vergiftungen
 
Vergiftungen werden vom Tierhalter sehr häufig vermutet, sind jedoch relativ selten.
Besonders plötzlich auftretende und schnellstverlaufende Erkrankungen lösen immer wieder einen zumeist unbegründeten Vergiftungsverdacht aus.
 
Eine Vergiftung gilt als sicher, wenn die Aufnahme des Giftes beobachtet wurde und / oder Giftreste bzw. Verpackungen vorliegen.
Ist die Aufnahme eines Giftes sicher, gilt als erste therapeutische Behandlung das Auslösen von Erbrechen:
  • Gabe von Kochsalzlösung
    ( 1 Eßlöffel Salz auf 1 Glas warmes Wasser )
  • Dies sollte nicht erfolgen bei Bewußtseinsstörungen, Herz-Kreislauf und neurologischen Veränderungen sowie nach der Aufnahme von ätzenden Stoffen ( Säuren, Laugen, Phenole, stark schäumende Stoffe )
 
Bei Säuren, Laugen und Schwermetallen :
  • Eingabe von Milch oder Eiermilch
    ( 2 rohe Eier in ¼ l Milch einquirlen )
 
Bei Säuren :
  • reichlich Wasser trinken lassen, notfalls als Zwangsapplikation
 
Bei Laugen:
  • Neutralisation durch Essigwasser
    ( 2 Eßlöffel Speiseessig auf 1 Glas Wasser )
    oder Zitronenwasser
 
 Bei Phenolderivaten:
  • Eingabe von Speiseöl 1,0-3,0 ml / kg KGW
 
  • Das Tier sollte einem Tierarzt vorgestellt werden, da z.B. eine Magenspülung nur innerhalb von 8 Stunden nach Aufnahme Erfolg versprechend ist.
  • Dabei sollte, wenn möglich, die Verpackung des Giftes mitgebracht werden.
 

 

 !!! Wir verweisen nochmals auf die Hinweise in den EH-Anmerkungen !!!

 
 © 2000 -2011 Text: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden Bilder: Fa. Bayer, Leverkusen