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Dr. Kristine Hucke · Dotzheimer Str.135a 65197 Wiesbaden · Tel:0611/ 48908
Sprechz: Mo - Fr 9 - 12 u. 16 - 18 Uhr · praxis@tierarzt-hucke.de

Infektionskrankheiten

Hier finden Sie das
Inhaltsverzeichnis der Infektionskrankheiten

Was sind Infektionskrankheiten ?

Hierbei handelt es sich um die Auseinandersetzung eines Makroorganismus, also dem Hund, der Katze oder dem Menschen, mit einem durch die Haut oder Schleimhaut eingedrungenen Mikroorganismus (Bakterien, Viren, Pilze usw.)
Je nach Empfänglichkeit des Tieres, seiner natürlichen Resistenz oder erworbenen Immunität kommt es zur manifesten Infektion mit einem Krankheitsausbruch oder zur stummen Infektion ohne Krankheitssymptome, aber oftmals mit Ausscheidung der Krankheitserreger und somit zur weiteren Verbreitung der Mikroorganismen.

Ob der Hund oder die Katze erkrankt, hängt also von der Gefährlichkeit des Mikroorganismus aber auch von dem Zustand dessen körpereigenen Immunsystems ab.

Hochentwickelte Organismen wie Hund und Katze verfügen über vier Abwehrsysteme, die stufenweise nacheinander, aber auch gleichzeitig wirksam sein können und teilweise eng miteinander kooperieren.

Abwehrsysteme:

1.Resistenz:

Das erste Abwehrsystem ist genetisch fixiert.
Dies bedeutet das bereits bei der Geburt eine gewisse Unempfindlichkeit gegen ganz bestimmte, lebensbedrohende Mikroorganismen aus der Umwelt besteht.

Die Resistenz wird auch als " natürliche Immunität " bezeichnet. So erkrankt ein Mensch nicht an Parvovirose, eine Katze nicht an Masern.

2. Barrieresystem:

Als Barrieresystem funktionieren die Haut und die Schleimhäute.

Viele Bakterien sind dort angesiedelt ohne eine Krankheit auszulösen. Erst wenn die Bakterien diesen angestammten Ort verlassen, können sie Krankheiten auslösen.

So kann das Bakterium E.coli, das sich in kleinen Mengen im Darm aufhält und dort die intakte Schleimhautschranke des Darmes nicht durchdringen kann, bei einer Umsiedelung in die Harnblase oder die Geschlechtsorgane Krankheiten auslösen.

3. Wirtseigene Keimflora:

Die wirtseigene Keimflora wird bei der Geburt von der Mutter bzw. der keimhaltigen Umwelt auf den neugeborenen Organismus übertragen.
So besteht die Hauptflora des Darmtraktes vorwiegend aus milchsäurebildenden Bakterien. Diese unterdrücken die pathogenen, krankheitsauslösenden Keime.

Bei einer Störung der Hauptflora, z.Bsp. im Darm der Milchsäurebakterien, vermehren sich die krankheitsauslösenden Keime, die bis dahin nur gering vorhanden waren, explosionsartig und unterdrücken die normale Darmflora. Das typische Bild mit Durchfall und Erbrechen tritt auf.

4. Immunsystem:

Das eigentliche Immunsystem beinhaltet die Abwehr von krankheitsauslösenden Mikroorganismen durch spezielle körpereigene Zellen.

Dabei unterscheidet man in eine spezifische und in eine unspezifische Abwehr.

Wie erkennt der Körper einen krankmachendes Mikroorganismus ?

Während der Entwicklung im Muttertier und während der Ausbildung des Immunsystems im ersten Lebensabschnitt lernt der junge Organismus, die Oberfläche von körpereigenen Zellen zu erkennen.
Dieses Erkennen erfolgt nach dem Schlüssel-Schloß-System. Erkennt das Immunsystem eine Oberflächenstruktur nicht als eigene Zelle, wird die entsprechende Zelle von den körpereigenen Verteidigungszellen als fremd identifiziert und bekämpft.

Unspezifische Abwehr

Die unspezifische Abwehr erfolgt durch sogenannte Makrophagen, die alle als fremd erkannten Zellen bekämpft. Dieses System arbeitet sofort, ist aber nur kurz wirksam.

Spezifische Abwehr

Im spezifischen Abwehrsystem ist jede Immunzelle nur für einen ganz bestimmten Mikroorganismus, also für eine ganz bestimmte Oberflächenstruktur zuständig und kann nur durch die Anwesenheit dieses Antigens aktiviert werden.
Durch den ersten Kontakt mit einer Krankheitszelle läuft eine großflächige Produktion von Antikörper-Zellen an, die diesen bestimmten Krankheitskeim bekämpfen kann. Dieser Mechanismus ist die wirksamste Form der körpereigenen Abwehr, sie benötigt jedoch eine etwas längere Anlaufzeit als die unspezifische Bekämpfung mit Makrophagen.

Bei der spezifischen Abwehr werden nach dem ersten Kontakt auch so genannte Gedächtniszellen gebildet, die bei einem späteren Kontakt schneller in die Abwehr eingreifen können.

Hier setzen auch die ersten Möglichkeiten der Infektionsbekämpfung ein:

Die spezifische Immunreaktion kann durch eine aktive Impfung angeregt werden. Durch die Impfung mit abgeschwächten Krankheitserregern baut der Körper aktiv, ähnlich wie bei einer natürlichen Infektion mit dem Krankheitserreger, eine lang andauernde, spezifische Immunität gegen den entsprechenden Krankheitserreger auf.
Durch den Erstkontakt mit dem ungefährlichen Krankheitserreger bei der Impfung werden vom Körper Gedächtniszellen gegen diese Krankheit produziert.
Bei einem Kontakt mit den natürlichen Krankheitserreger hat der Körper sofort seine Abwehrzellen parat und verhindert so die Vermehrung der Mikroorganismen.

Im Gegensatz zur aktiven Impfung kann dem schon erkrankten Körper bei einer passiven Impfung direkt die Abwehrzellen gegen die spezielle Krankheit zugeführt werden.
So kann der Körper schneller die Krankheitserreger bekämpfen.

Zoonosen

Es gibt auch Krankheitserreger, die sowohl Tiere als auch Menschen befallen können. Einige Krankheiten können auch von den Tieren direkt auf den Menschen übertragen werden. Solche Krankheiten werden als Zoonosen bezeichnet.

Bei besonders gefährlichen Zoonosen besteht eine Anzeige- oder Meldepflicht gegenüber den Behörden, um eine schnelle und effektive Bekämpfung und Verhinderung der weiteres Ausbreitung der Krankheit zu erreichen. Durch dieses Verfahren konnten viele für den Menschen lebensbedrohende Seuchen eingedämmt werden.
Eine uns allen bekannte, jedoch in unserer Region seltene Zoonose ist die Tollwut.