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Infektionskrankheiten

1. Tollwut, Rabies
- Zoonose -

Die Tollwut ist eine meist tödlich verlaufende Viruskrankheit, die Säugetiere wie Hund, Katze, Mensch aber auch Vögel befallen kann.
Dabei ist die Empfänglichkeit für das Virus unterschiedlich. Fuchs, Dachs und Kaninchen sind empfänglicher als der Hund oder die Katze. Der Mensch ist am wenigsten empfänglich.

Meist erfolgt die Ansteckung direkt durch im Speichel tollwütiger Tiere ausgeschiedenen Viren, aber auch durch Bißwunden oder Hautabschürfungen können die Viren in den Körper gelangen.
Jedoch führt nicht jeder Biß eines tollwütigen Tieres zur Ansteckung. Ist das Virus in den Körper eingedrungen, erfolgt nicht sofort der Ausbruch der Krankheit. Die Krankheitserreger müssen erst innerhalb ihres befallenen Wirtsorganismus den Ort ihrer Vermehrung erreichen und sich dort vermehren. Erst dann erfolgt der Ausbruch der Krankheit mit sichtbaren Krankheitssymptomen.

Diese Zeit zwischen Eindringen in den Körper und Ausbruch der Krankheit wird Inkubationszeit (IKZ) genannt und dauert je nach Erreger unterschiedlich lang.
Bei der Tollwut muß das Virus von der Eintrittsstelle zunächst über die Nervenbahnen zum Gehirn wandern. Pro Tag wird ein Weg von ca. 7 cm zurückgelegt. Je nach Eintrittsstelle und Länge des Weges zum Gehirn kann die Inkubationszeit (IKZ) der Tollwut bis zu 12 Monate dauern. In der Regel wird eine IKZ von 14 - 90 Tagen angenommen, bis die ersten Krankheitssymptome auftreten.

Das Hauptsymptom der Tollwut ist die Wesensänderung.

Im klassischen Verlauf der Tollwut ist ein Drei-Phasen-Verlauf sichtbar:

  • Prodromalstadium: Erstes Stadium, Dauer wenige h bis 4 d Hauptmerkmal ist die Wesensänderung ( launenhaft, überempfindlich bis abweisend, ängstlich, unruhig ). Manchmal zeigt sich auch Juckreiz an der Bißstelle sowie Schnappen nach imaginären Fliegen.
  • Exzitationsstadium: In diesem Stadium, auch als typisches Zeichen der "rasenden Wut " bezeichnet, zeigt sich Aggressivität, Beißsucht, Speicheln, Lähmungen. Diese Phase dauert 1 - 4 d.
  • Paralyse- oder Depressionsstadium: Die Dauer bis zum Tod beträgt 3-4d. Die Unruhe und Aggressivität geht zunehmend in Erschöpfung und Lähmungen über. Durch Lähmung des Kehlkopfes und der Atmung tritt der Tod ein.

Bei der " stillen Wut " fehlt die Phase der Aggressivität.
Die Tiere haben einen ausdruckslosen, stupiden Blick, Speicheln.
Die Lähmung von Unterkiefer und Kaumuskulatur erweckt den Eindruck eines Fremdkörpers im Schlund.
Das 3. Augenlid ist deutlich sichtbar, die Pupillen erscheinen ungleich.
Mit Rumpf- und Gliedmaßenlähmungen tritt bald der Tod ein.
Diese Form der Tollwut wird heute vermehrt gesehen, sie dauert 2 - 4 d bis zum Tod.

Die Form der " atypischen Wut " dauert 3 Monate oder länger.

Sie äußert sich mit Durchfällen und Darmlähmungen, Übersensibilität, unkoordinierter Bewegungsablauf und Lähmungen, zum Teil sind Depressionen sichtbar. Bei dieser Form kann es zu einer vorübergehenden oder dauernden Besserung kommen.

Impfpass Tollwut

Der Verdacht der Tollwuterkrankung ist bei der Veterinärbehörde anzeigepflichtig (Zoonose).

Bei ungeimpften Tieren erfolgt in der Regel die Tötung und Obduktion des Tieres.

Bei geimpften Tieren kann eine Quarantäne angeordnet werden.

Die beste Therapie ist jedoch die regelmäßige, jährliche Impfung aller Hunde und aller freilaufenden Katzen.