Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
Dotzheimer Str. 135a, 65197 Wiesbaden
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Infektionskrankheiten

 
9. Tetanus, Wundstarrkrampf
 
Tetanus ist eine bakterielle Erkrankung. Das Bakterium Clostridium tetani bildet in seiner Entwicklung Sporen aus, die jahrelang in der Umwelt, besonders in der Erde, Mist oder Kot überleben können.
Die Ansteckung erfolgt durch diese Sporen durch Verunreinigungen oder Gelegenheitswunden. Die Sporen vermehren sich dann anaerob im Gewebe ( ohne Luftzufuhr )
( Erste-Hilfe-Kurs 1: Verletzungen, Wunden mit knisternder Haut um die Wunde !! )
Bei der Vermehrung werden Toxine ( Giftstoffe ) gebildet, die über das Rückenmark zum Gehirn aufsteigen und dort die typischen Symptome hervorrufen.
Es zeigt sich eine durch äußere Reize hervorrufbare deutliche Übererregbarkeit der Kopfmuskulatur, besonders eine Verkrampfung der Temporalismuskulatur ( oberer Kaumuskel ) mit der dadurch bedingten Stirnfältelung und Annäherung der Ohransätze bzw. Ohrspitzen.
Auch ein deutlicher Speichelfluß sowie ein nach hinten Verziehen der Maulwinkel wird sichtbar. Die Lidspalten verengen sich, die Nickhaut ist deutlich sichtbar. Die Kaumuskulatur ist verkrampft und verhindert so die Wasser- und Futteraufnahme.
Ist der gesamte Körper betroffen besteht Fieber, die Rute wird steif getragen, Hals und Beine werden gestreckt gehalten (Sägebockstellung).

Bei schweren Fällen beträgt die Todesrate 40 % und mehr.
Hund und Katze ( äußerst selten, hohe natürliche Resistenz ) sind nicht so empfänglich für die Erkrankung wie der Mensch oder auch das Pferd.
Ebenso wie bei Mensch sind vorbeugende Impfungen und Serumimpfungen bei Verletzungen möglich.
Wichtig ist jedoch immer eine gründliche Wundversorgung bei allen Verletzungen und bei dieser Erkrankung besonders der Pfoten und Krallenverletzungen, um das Eindringen der Sporen aus der Erde und deren Vermehrung zu verhindern.

 

© 2000 -2011 Text und Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden