Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
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Infektionskrankheiten

 
19. Feline - Immunschwäche - Virus ( FIV )
 
Diese Viruserkrankung wurde erst 1986 in den USA entdeckt. Dieser Virustyp befällt nicht nur Katzen, sondern auch andere Feliden. Von den bekannten Subtypen A, B, C, D und E werden in Deutschland die Typen A, B und C gefunden
Ein Ausbruch der Erkrankung zeigt sich als Folge einer allgemeinen Immunabwehrschwäche.

In Deutschland sind 2-3 % der Katzen befallen, im Vergleich zu 30% in Italien (dort mancherorts sogar 100%). In Norddeutschland ist die Infektionsrate höher als in Süddeutschland, die Rate ist abhängig von der Haltungsform, freilaufende Katzen sind überwiegend betroffen, denn die Übertragung des FIV-Virus erfolgt zu fast 100% über den Biss einer infizierten Katze. 73-90 % der infizierten Katzen sind Kater, überwiegend unkastrierte Freigänger mit starkem Territorialverhalten und der damit verbundenen Kampfbereitschaft.

Die Übergänge der Phasen einer FIV-Infektion sind fliessend, zunächst eine akute Phase mit Fieber, Lymphknotenschwellung und leichten Blutbildveränderungen. Diese kann Wochen bis Monate anhalten, wird aber oft übersehen. Die anschliessende asymptomatische Phase kann über Jahre ohne Krankheitssymptome verlaufen.

Die 3.Phase ist wieder mit unspezifischen Krankheitssymptomen wie Fieber, Apathie, Fressunlust, Gewichtsverlust, Lymphknotenschwellungen, Zahnfleischentzündungen gekennzeichnet. Auch diese Phase kann Monate bis zu einem Jahr dauern.

Durch Sekundärinfektionen in ein instabiles Immunsystem kommt es in der Terminalphase, die wiederum über Monate dauern kann zu zusätzlichen Krankheitsausbrüchen sowie einer erhöhten Neigung zu Tumorbildungen.

Ähnlich der Katzenleukose sind Träger der Erkrankung nur durch Blutuntersuchungen sicher zu bestimmen und sollten dann von virusfreien Tieren getrennt gehalten werden.
 
Eine Virusübertragung durch gemeinsame Futter-Wasserschüsseln oder Katzentoiletten wird als genauso unwahrscheinlich angesehen wie die Übertragung beim gegenseitigen Putzen, denn das FIV-Virus ist nur wenige Sekunden in der Umwelt lebensfähig. Vorhandene Katzen können in einer ausgeglichenen Mehrkatzenhaltung belassen werden, weitere Zugänge können aber erneut Rangordnungskämpfe untereinander sowie Stressauslöser sein.
 

Ein positiver Bluttest fordert nicht die Euthanasie der Katze, die Lebenserwartung bei einer stressfreien Haltung in der Wohnung kann mit der Lebenserwartung einer gesunden Katze konkurrieren, jedoch sollten keine weiteren Katzen oder Freigänger aufgenommen werden um das Risiko einer Sekundärinfektion für die FIV-Katze zu minimieren.

Eine Impfung ist derzeit in Deutschland noch nicht möglich.

 

© 2000 -2011 Text und Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden