Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
Dotzheimer Str. 135a, 65197 Wiesbaden
Telefon: 0611 / 48908
 

 

Infektionskrankheiten

 

Eingeschleppte Infektionskrankheiten

 

Die folgenden drei Infektionskrankheiten gelten als die häufigsten eingeschleppten Krankheiten, die durch Massentourismus aus tropischen Ländern bzw. dem Mittelmeerraum durch Urlaubshunde oder durch Urlaubsmitbringsel von herrenloser Tiere in unsere Region eingeführt werden.

 
24. Babesiose, Piroplasmose
 

Die Babesiose ist weltweit verbreitet, jedoch hauptsächlich in den Tropen und den Mittelmeerländern.
Die Erkrankung wird ähnlich der Borreliose durch Zecken jedoch von der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen und breitet sich langsam nach Norden aus. So sind jetzt schon weite Gebiete auch Norditaliens, Ungarn, südliche Westschweiz sowie Region Basel betroffen.
Eine Ausdehnung auch auf Deutschland und damit die Übertragung von Zecken in unserem Raum ist inzwischen nachgewiesen.
 
Inzwischen (2007) wurde Babesiose auch in  folgende Länder nachgewiesen:
Deutschland, Belgien, Niederlande, Frankreich, Südschweiz, Südösterreich, Norditalien, Slowenien, Tschechien, Südpolen, Ungarn, Rumänien, Ukraine
 
Die IKZ ist kürzer als bei der Borreliose und beträgt 5-7 Tage (bis 3 Wochen).
Junghunde, Tiere im Stress und Hunde mit gleichzeitig anderen Parasitenbefall zeigen meist einen kurzen, schweren Krankheitsverlauf mit Atmungs- und Kreislaufstörungen oder Blutungsstörungen. Hier tritt bereits nach kurzer Zeit der Tod ein.
Zu den typischen Symptomen einer akuten Erkrankung zählt Mattigkeit, Schwäche, Fieber (- 42 Grad C), Erbrechen, blasse bis gelbliche Schleimhäute, rot-grünbrauner Urin, Anzeichen von Nierenversagen, Gelbsucht, Leber-Milz-Erkrankungen.
Bei einer chronisch, schleichenden Erkrankung stehen Fieber, Abmagerung, Teilnahmslosigkeit und Zeichen einer Lebererkrankung im Vordergrund, aber auch neurologische Störungen wie Inkoordination, epileptische Anfälle, Aggressionen sind möglich.
Vorbeugend kann auch hier eine intensive Zeckenbekämpfung zur Unterdrückung der Übertragungswege empfohlen werden.
In den südlichen Ländern gibt es einen Impfstoff, der 2 - 3 Monate vor einer Auslandsreise geimpft werden kann. Dieser Impfstoff ist in Deutschland nicht zugelassen. Eine Infektion ist trotz Impfung möglich, jedoch verhindert die Impfung die Todesfälle.
Ein weiteres in Deutschland zugelassenes Medikament schützt Hunde vor einer Infektion, wenn es 4 Wochen vor der Infektion gegeben wird, jedoch lassen die Nebenwirkungen des Präparates einen gefahrlosen Prophylaxeeinsatz nur bedingt zu.
Wichtigste Vorbeugemassnahme bleibt ein guter Zeckenschutz sowie das tägliche Kontrollieren des Hundes auf Zeckenbefall sowie die schnellstmögliche Entfernung vorhandener Zecken.

 

© 2000 -2011 Text und Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden