Dr. med. vet. Kristine Hucke, prakt. Tierärztin
Dotzheimer Str. 135a, 65197 Wiesbaden
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Infektionskrankheiten

 
25. Leishmaniose

 - Zoonose

 
Ebenfalls eine Erkrankung, die aus endemischen Gebieten wie den Mittelmeerländern und Mitteleuropa eingeschleppt wird.
Es gibt verschiedene Leishmaniosestämme, die auch beim Menschen Erkrankungen wie viszerale Leishmaniose ( Dum-Dum-Fieber, Kala-Azar ) oder in Mittelasien und in Nordafrika die Aleppo- oder Orientbeulen-Erkrankung hervorrufen können.
Die Übertragung erfolgt überwiegend durch Sandfliegen oder durch Schmierinfektionen in bestehende Hautverletzungen.
Die IKZ ist mit 3 - 7 Monaten, evt. sogar Jahren (bis zu 8 Jahre!), sehr lange.
Bei der latenten Form bleibt das Anfangsstadium oft jahrelang unbemerkt, ca. 50 % der in den endemischen Gebieten lebenden Hunde sind befallen.
Beim Krankheitsausbruch zeigen sich verschieden schwere Verlaufsformen mit oft unspezifischen und nur schubweise auftretenden Symptomen.
Es kommt zu Lethargie, gelichtetes Haarkleid, Fieberschüben, Abmagerung, Leber-Milz-Erkrankungen, Muskelerkrankungen.
Symptomatisch und hochverdächtig für diese Krankheit sind chronisch nicht juckende Hautentzündungen, Fellverlust des Nasenrückens, der Ohrspitzen und um die Augen herum ( Brillenbildung ), die von großen, leicht fettigen, kreideweißen Schuppen bedeckt sind.
Die Erkrankung breitet sich über Hals, Rücken, Gliedmaßen und Pfoten aus. Es entstehen Entzündungen des Krallenbettes und übermäßiges Krallenwachstum.

Die Prognose dieser Erkrankung ist vorsichtig zu stellen. Mit Behandlung erfolgt oft nur eine vorübergehende Besserung, nur geringe Prozentsätze kommen zur Heilung.

Da diese Erkrankung zu den Zoonose-Erkrankungen gehört, ist auf eine peinliche Hygiene zu achten, da wie bereits erwähnt, auch eine Ansteckung durch Hautwunden möglich ist.

Besondere Vorsicht ist auch hier bei Kindern und geschwächten Personen gegeben.

Aktuell (Frühjahr 2007) gibt es ca. 20.000 leishmanioseinfizierte Hunde in deutschen Haushalten, meistens als Importe oder Urlaubsmitbringsel aus dem mediterranen Raum und Portugal nach Deutschland eingeführt. In den letzten Jahren wurde diese infizierten Hunde aber auch aus Nordafrika, Brasilien und Indien importiert.

Bei weiterer Klimaerwärmung wird auch bald mit einem vermehrten Vorkommen der Sandfliege in Deutschland zu rechnen sein, seit 1999 werden diese vereinzelt in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gefunden. Eine weitere schwer behandelbare Erkrankung für Mensch und Tier ist damit nach Deutschland eingedrungen!

 

© 2000 -2011 Text und Bilder: Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden