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Geriatrie
Herzprobleme bei Seniorhunden

Meist sind die Klappen defekt (1)

Schätzungen zufolge leiden zwischen 50 und 60 Prozent aller Hunde über zehn Jahre an einer Erkrankung der Herzklappen (Endokardiose). Vor allem kleine bis mittelgroße Hunde sind von dieser Krankheit betroffen. Die Ursachen für die Schädigung der Herzklappen sind noch nicht restlos aufgeklärt. Man nimmt aber an, dass eine genetische Veranlagung eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielt.

Die Endokardiose ist nicht heilbar, aber gerade in den letzten Jahren wurden große Fortschritte bei der Diagnostik und der Therapie von Herzerkrankungen bei Hunden erzielt, sodass je nach Erkrankungsstadium, allgemeinem Gesundheits-zustand und konsequenter Therapie ein vierbeiniger Herzpatient noch einige gute und aktive Jahre vor sich haben kann, bevor die Krankheit in ein letztlich tödliches Endstadium gerät.

Im Anfangsstadium der Erkrankung, in dem die Tiere noch keine Symptome zeigen, reicht es meist aus, den Hund genau zu beobachten und regelmäßig in der Tierarztpraxis untersuchen zu lassen, damit eine Verschlechterung seines Zustandes rechtzeitig erkannt wird. In einigen Fällen, z. B. bei Übergewicht, ist es ratsam, die Ernährung des Tieres zu optimieren.

Schreitet die Krankheit weiter voran, gibt es mittlerweile eine ganze Reihe moderner und hochwirksamer Medikamente, die einzeln oder in Kombination eingesetzt werden können und so in einem zuvor nie dagewesenen Maße eine individuelle Behandlung des Herzpatienten ermöglichen.
Dies setzt allerdings auch ein wenig Geduld beim Besitzer voraus, denn es kann durchaus ein bis zwei Wochen dauern, bis die individuell beste Therapiemethode für den vierbeinigen Herzpatienten ermittelt wird.

Die Herzklappen steuern den Blutfluss

Die Herzklappen bestehen aus einer Doppelschicht eines dünnen Häutchens, des Endokards, das auch den Herzinnenraum auskleidet. Das gesunde Endokard hat eine glatte, schimmernde Oberfläche, ist zart und dünn, dabei aber elastisch und stabil. Eine Herzklappe wird von zwei bis drei „Zipfeln“ oder „Segeln“ dieser Endokard-Doppelhäutchen gebildet, die sich im geschlossenen Zustand an ihren Rändern lückenlos aneinander anlegen und so für einen dichten Verschluss der Klappe sorgen.

Im Herzen gibt es insgesamt vier Klappen. Sie trennen die beiden Herzvorhöfe von den beiden Herzkammern, die rechte Herzkammer von der Lungenarterie und die linke Herzkammer von der Hauptschlagader des Körpers. Die Klappensysteme im Herzen kann man mit Schleusentoren vergleichen, die verschiedene Kanalsysteme verbinden. Die Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fießt.

Beim gesunden Tier fließt sauerstoffarmes Blut durch die große Körpervene in den rechten Herzvorhof. Sobald sich die Klappe öffnet, die den rechten Herzvorhof von der rechten Herzkammer trennt, fließt das Blut weiter in die rechte Kammer, bis diese gut gefüllt ist. Dann zieht sich die rechte Kammer zusammen und pumpt das Blut durch die sich gleichzeitig öffnende Klappe zwischen Kammer und Lungenarterie. Über die Lungenarterie gelangt das Blut in die Lungen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird und dann über die Lungenvenen in den linken Vorhof des Herzens fließt.

Das Blut strömt vom linken Vorhof in die linke Kammer sobald sich die Klappen, die sogenannten Mitralklappen, zwischen beiden „Räumen“ öffnen. Wenn schließlich die linke Herzkammer gut gefüllt ist, pumpt sie das sauerstoffreiche Blut durch die Klappen zwischen Kammer und der Hauptschlagader des Körpers über eben diese in den Körperkreislauf.

Text und Fotos:
Mit freundlicher Genehmigung der Schlüterschen Verwaltungsgesellschaft mbH vom 19.12.2014
Quellnennung: Der Praktische Tierarzt 90 (Ausgabe 4/2009) - Sonderheft "Geriatrie" (E-Paper), Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, (Seite 6 - 13).

 

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