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Geriatrie
Herzprobleme bei Seniorhunden

Meist sind die Klappen defekt (3)

Fortschritte bei der Diagnostik

Die Diagnostik von Herzproblemen ist alles andere als einfach.
Fehlbildungen, Entzündungen und krankhafte Veränderungen bleiben solange im Verborgenen, bis das Herz so schwer geschädigt ist, dass es seine Arbeit als Motor des Blutkreislaufs nicht mehr leisten kann.

Dann erst treten offensichtliche Symptome wie Husten, Leistungsschwäche, Kurzatmigkeit, nächtliche Unruhe und bläuliche Schleimhäute auf. Glücklicherweise wird eine Erkrankung jedoch meist schon vorher im Rahmen einer tierärztlichen Routineuntersuchung entdeckt.

Doch um welche Herzerkrankung handelt es sich, wie weit fortgeschritten ist sie und welche anderen Probleme hat sie bereits verursacht? Zur Abklärung all dieser Fragen ist eine umfangreiche Diagnostik nötig.

Bei einem Verdacht auf eine Herzerkrankung wird der Tierarzt Röntgenaufnahmen des Brustkorbs anfertigen. Auf diesen Aufnahmen lässt sich erkennen, ob das Herz durch Krankheit bereits verändert, meist vergrößert ist. Zudem kann man sehen, ob sich in der Lunge Wasser befindet. Des Weiteren dient die Röntgenaufnahme auch dazu, andere mögliche Krankheiten zu suchen, z. B. Lungenerkrankungen.

Bei Herzrhythmusstörungen gibt ein Elektrokardiogramm (EKG) Aufschluss darüber, ob der elektrische Informationsfluss von Zelle zu Zelle ungestört verläuft oder ob die koordinierte Zusammenarbeit der Herzmuskelfasern nicht mehr stattfindet.

Einen direkten Einblick in die Herzarbeit können moderne Ultraschallgeräte liefern. Die modernen Geräte bilden nicht nur das Herz und seine Strukturen ab, sie können auch die Dicke der Gewebe in jedem Funktionsstatus messen und die wirklichen Blutströme aufzeigen: Rückflüsse, Verwirbelungen und Strudel werden durch diese Geräte erst sichtbar gemacht.

Eine weitere neue diagnostisch vielversprechende Untersuchung ist die Bestimmung der Werte von NT-proBNP („n-terminales pro brain natriuretic peptide“) und Troponin im Blut. Mithilfe der Bestimmung dieser Substanzen lässt sich zum einen in Zweifelsfällen besser erkennen, ob Atembeschwerden von einer Erkrankung der Lungen oder tatsächlich von einem Herzproblem herrühren, und zum anderen der Schweregrad der Herzerkrankung genauer feststellen. In der Humanmedizin werden sie schon länger erfolgreich in die Diagnostik von Herzerkrankungen mit einbezogen. In der Veterinärmedizin weisen nun aktuelle Studien darauf hin, dass die Werte dieser Substanzen im Blut auch beim Hund Aussagekraft über das Vorliegen und die Schwere einer Herzerkrankung haben.

 

Herzkrankheiten bei alten Katzen

Die häufigste Herzkrankheit bei Katzen ist die primäre Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM).
Dabei handelt es sich um eine krankhafte Verdickung des Herzmuskelgewebes, die dazu führt, dass die Herzmuskelzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können, dadurch schwer geschädigt werden und schließlich absterben.

Die primäre HCM ist unheilbar und letztlich tödlich. Diese Erkrankung der Herzmuskulatur betrifft  jedoch hauptsächlich Kater im Alter von bis zu fünf Jahren und wird daher nicht zu den typischen Altersleiden bei Katzen gezählt.

Doch können bestimmte, typische Alterskrankheiten der Katze wie eine chronische Niereninsuffizienz (CNI) oder eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) auch zu einer Hypertrophie des Herzmuskels, einer sogenannten sekundären HCM führen. Die sekundäre HCM hat die gleichen Folgen für die Herzmuskelzellen wie die primäre Erkrankung. Die sekundäre HCM kann jedoch bei rechtzeitiger und erfolgreicher Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung in ihrem Fortschreiten aufgehalten werden. Im besten Falle kann sie sogar geheilt werden.
Doch Herzkrankheiten werden bei Katzen häufi g erst viel zu spät entdeckt, weil diese Tiere selten Symptome wie Husten zeigen und eine Leistungsschwäche nicht beobachtet wird, weil man anders als mit dem Hund mit der Katze nicht spazieren geht. Tatsächlich zeigen Katzen häufig erst Symptome wie Atemnot oder Hecheln, wenn die Krankheit schon sehr weit fortgeschritten ist. Daher ist das Auftreten diese Symptome auch unbedingt als Notfall zu werten, der sofort in tierärztliche Behandlung gehört.

Zur Früherkennung von Herzproblemen bei Katzen sind hingegen regelmäßige tierärztliche Untersuchungen zu empfehlen.

Text und Fotos:
Mit freundlicher Genehmigung der Schlüterschen Verwaltungsgesellschaft mbH vom 19.12.2014
Quellnennung: Der Praktische Tierarzt 90 (Ausgabe 4/2009) - Sonderheft "Geriatrie" (E-Paper), Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, (Seite 6 - 13).

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