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Geriatrie,
der alte Hund, die alte Katze

Vorsorge: Hauptsache Gesund (2)

Länger und besser leben durch Früherkennung

Spätestens sobald der Hund oder die Katze das Seniorenalter erreicht hat, sollte mindestens einmal jährlich ein sogenannter Seniorencheck in der Tierarztpraxis vorgenommen werden. Im Rahmen dieser Gesundheitskontrolle wird mithilfe einer Allgemeinuntersuchung und Laboruntersuchungen systematisch nach den Symptomen chronischer Erkrankungen gesucht, die im Alter gehäuft auftreten und die man daher Alterskrankheiten nennt.

 

Typische Alterserscheinungen

Im Alter treten individuell unterschiedlich mannigfaltige Veränderungen auf:

  • Die Abwehrkraft gegen Infektionserreger und Parasiten wird schwächer.
  • Die Wundheilung und die Genesung nach Krankheiten dauern länger.
  • Die Leistungsfähigkeit nimmt insgesamt ab.
  • Der Stoffwechsel wird langsamer und schwerfälliger.
  • Die Verdauung kann träge werden.
  • Die Haut verliert an Elastizität und wird dicker.
  • Es bilden sich leichter Schwielen.
  • Es kommt zu einem Pigmentverlust – die Haare werden weiß.
  • Die Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane lässt nach.
  • Der Gleichgewichtssinn wird schlechter.
  • Geschicklichkeit und motorische Fähigkeiten lassen nach.
  • Bewegungs- und Spielfreude nehmen ab.
  • Ruhe- und Schlafbedürfnis sind erhöht.
  • Die Tiere können ängstlicher und reizbarer werden.

 

Fallen dem Tierarzt im Rahmen des Seniorchecks Befunde auf – hört er beispielsweise verdächtige Geräusche beim Abhören des Herzens oder stellt er fest, dass ein Gelenk schmerzhaft ist – wird er weitere Untersuchungen wie z. B. ein EKG oder Röntgenaufnahmen durchführen, um das Ausmaß des Problems zu ergründen.

Grundsätzlich gilt:
Je eher Krankheiten entdeckt und gezielt behandelt werden, desto besser stehen die Chancen auf eine Heilung und, sollte diese nicht möglich sein, doch zumindest auf eine deutliche Besserung der Symptome und eine Verlangsamung des Krankheitsfortschritts.

Daher sollte man sein Tier zusätzlich zu den routinemäßigen Checks beim Tierarzt sorgfältig beobachten.

Hierbei ist auf Folgendes zu achten:

  • Wirkt das Tier entspannt oder verkrampft?
  • Atmet es mühelos, frisst und trinkt es wie immer, verrichtet es seine Geschäfte im normalen Ausmaß ohne Probleme?
  • Hustet oder niest das Tier öfter?
  • Hat sich sein Verhalten verändert: Wirkt das Tier desorientiert, ängstlich oder aggressiv?
  • Ist die Körperhaltung des Tieres normal, hält es sich schief oder schont es z. B. ein Bein?
  • Sind seine Bewegungen flüssig und mühelos oder bewegt es sich steif und widerwillig oder lahmt es sogar?
  • Kratzt, beleckt oder beißt es sich besonders häufig an einer Körperstelle?
  • Sind die Gesichtszüge und die Körperform symmetrisch?
  • Sind Pfoten und Krallen in Ordnung? Sind die Krallen nicht zu lang, spröde oder bereits eingerissen?
  • Weist das Tier Schwellungen oder Verletzungen auf?
  • Kann man Knoten in der Haut ertasten?
  • Ist das Fell dicht und sauber oder verklebt, verkrustet und verfärbt?
  • Sind kahle Stellen oder Schuppen im Fell zu sehen?
  • Sind die Körperöffnungen sauber?
  • Sind die Augen klar oder wirken sie trüb?
  • Ist Tränenfluss ein- oder beidseitig zu erkennen?
  • Sind die Ohren sauber?
  • Gibt es Veränderungen im Fang? Sind Zähne und Zahnfleisch in Ordnung? Speichelt das Tier vermehrt?
  • Ist ein übler Geruch z. B. der Haut oder aus Ohren und Fang wahrzunehmen?

Das Tier sollte einmal im Monat gewogen werden, um Gewichtsveränderungen frühzeitig festzustellen, denn sowohl eine plötzliche Gewichtszunahme als auch ein Gewichtsverlust können Krankheitssymptome sein.

 

Typische Alterskrankheiten

Diese Krankheiten treten bei alten Tieren häufiger auf als bei jungen:

  • Arthrosen
  • Augenerkrankungen (z. B. Grauer Star)
  • Chronische Atemwegserkrankungen, Atembeschwerden
  • Chronische Erkrankungen der Zähne, des Zahnhalteapparats (Parodontose) und der Mundhöhle
  • Chronische Erkrankungen des Verdauungstraktes
    (insbesondere Magen)
  • Chronische Lebererkrankungen
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Herzkrankheiten, insbesondere Herzklappenschäden
  • Hormonstörungen
  • Kognitive Dysfunktion
  • Tumore

So unterschiedlich diese Alterskrankheiten auch sein mögen, so haben sie doch einige wichtige Gemeinsamkeiten:

  1. Sie verlaufen in der Regel schleichend, d. h. im Anfangsstadium verursachen sie keine deutlichen Symptome und werden ohne gezielte Untersuchungen zur Früherkennung erst spät erkannt.
  2. Bei Früherkennung können einige der Erkrankungen wie z. B. bestimmte Tumore sogar noch geheilt werden.
  3. Bei unheilbaren Erkrankungen wie z. B. bei chronischer Niereninsuffizienz gilt: Je eher sie behandelt werden, desto besser stehen die Chancen des Tieres, trotz der Krankheit noch ein relativ langes und vor allem auch gutes Leben zu führen.

 

Text und Fotos:
Mit freundlicher Genehmigung der Schlüterschen Verwaltungsgesellschaft mbH vom 19.12.2014
Quellnennung: Der Praktische Tierarzt 90 (Ausgabe 4/2009) - Sonderheft "Geriatrie" (E-Paper), Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, (Seite 6 - 13).

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