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Geriatrie,
der alte Hund, die alte Katze

Vorsorge: Hauptsache Gesund (4)

Haut und Haar

Alte Hunde haben häufig neben einer grauen Schnauze auch eine weiße „Brille“ um ihre Augen. Katzen hingegen ergrauen kaum. Bei beiden Tierarten wirkt das Fell im Alter stumpfer. Brüchiges Haar, extremer Haarverlust oder kahle Stellen sind in der Regel jedoch Krankheitssymptome, die von einem Tierarzt oder einer Tierärztin untersucht werden müssen.

Mit den Jahren verliert die Haut ihre Elastizität, wird dicker und neigt zur Bildung von Schwielen. Die Talgdrüsen, die die Aufgabe haben, Hauttalg zu produzieren, ein spezielles Fett, das die Haut geschmeidig hält und schützt, arbeiten nicht mehr so zuverlässig wie früher. Sie können zu viel oder zu wenig Talg bilden, mit der Folge, dass Haut und Haarkleid fettig werden oder die Haut trocken und spröde wird.
Die alte Haut ist des Weiteren anfälliger für Infektionen und die Bildung von Warzen sowie gutartiger Hauttumore (Papillome). Verletzungen heilen langsamer. Darüber hinaus haben einige ältere Tiere auch Probleme, sich selbst sauber zu halten und zu pflegen, weil sie z. B. aufgrund von Arthrosen nicht mehr jede Körperstelle erreichen können.

Aus all diesen Gründen sollte man Tiere im Seniorenalter bei der Körperpflege unterstützen. Hierzu gehört die tägliche Kontrolle auf Verletzungen, Schwellungen oder andere Veränderungen der Haut oder des Haarkleids. Die Ohren, die Achselhöhlen, die Innenseiten der Oberschenkel und die Pfoten mit Krallen sollten in diesem Zusammenhang besonders sorgfältig untersucht werden, weil Veränderungen an diesen Körperstellen nicht sofort ins Auge fallen.
Fell und Haarkleid pflegt man mit Bürsten und Kämmen, die der besonderen Fellstruktur des Tieres angepasst sind. Je nach Rasse und Fellstruktur des Hundes ist das regelmäßige Schneiden und Trimmen des Haarkleids auch im Alter angebracht.

Bei Langhaarkatzen, die sich selbst nicht mehr gut pflegen können und sich nicht gerne bürsten lassen, kann alle paar Monate eine Schur in der Tierarztpraxis unter einer leichten Narkose empfehlenswert sein.
Auch Tiere mit pflegeleichtem, kurzem und glatten Fell genießen tägliche Massagen mit einer weichen Bürste. Sie fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel der Haut.
Darüber hinaus wird auf diese Weise der schützende Hauttalg gleichmäßig verteilt. Mit einem feuchten, sauberen Lappen kann man Augenausfluss abwischen.
Während ein freiwilliges Bad in einem Bach oder Teich einem Hundesenior sehr gut tun kann, sollte man auf Bäder mit Shampoos oder anderen Badezusätzen bei Hunden und Katzen verzichten. Denn die Badezusätze zerstören in der Regel den natürlichen Hautschutzfilm und trocknen die alte Haut zusätzlich aus. Eine Ausnahme stellen Bäder und Badezusätze dar, die der Tierarzt oder die Tierärztin aus medizinischen Gründen verschrieben hat. Sehr wichtig ist, dass das Tier nach einem Bad gut abgetrocknet wird, weil die körpereigene „Heizung“ im Alter nur schwerfällig anspringt und Seniortiere daher rasch auskühlen.

Intimhygiene und Pediküre

Wenn das Tier nicht mehr in der Lage ist, seine Körperöffnungen sauber zu halten, sind sie mit einem feuchten weichen Lappen zu reinigen. Für Gesicht, Anus und Genitale sollte jeweils ein anderer Lappen verwendet werden.
Die Verwendung von Seife ist hierbei nicht empfehlenswert, weil sie die Haut austrocknet. Nach dem Reinigen des Anus kann das dünne Auftragen einer beruhigenden Babycreme Hautreizungen vorbeugen.
Da sich ältere Tiere meist weniger bewegen, nützen sich ihre Krallen nicht mehr ausreichend ab. Sie sollten daher regelmäßig – eventuell in der Tierarztpraxis – gekürzt werden. Krallen und Pfotenhaut können im Alter spröde und rissig werden – in diesen Fällen kann eine regelmäßig aufgetragene Pfotensalbe helfen. Bei sehr empfindlichen Pfoten können im Winter Pfotenschuhe getragen werden.

Zahnpflege

Beim älteren Tier ist die Zahnoberfläche meist schon etwas angegriffen, zwischen Zahn und Zahnfleisch haben sich Taschen gebildet und das Zahnfleisch selbst ist in vielen Fällen rau. Dies sind geradezu ideale Voraussetzungen für die Bildung von Zahnbelägen und Zahnstein, die wiederum die Hauptursachen von Zahnerkrankungen, Zahnfleischentzündungen und Zahnverlust sind.

Tatsächlich gehören Krankheiten der Zähne und der gesamten Maulhöhle zu den häufigsten Erkrankungen alter Tiere. Mundgeruch, Speicheln, Zahnverlust oder Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme sind dabei nicht als eine normale Folge des Alters zu betrachten. Sie müssen als Symptome einer ernsthaften Krankheit gewertet werden, die umgehend tierärztlich behandelt werden muss, weil sie schmerzhaft ist, das Wohlbefinden des Tieres einschränkt und neben den lokalen Krankheitserscheinungen in der Maulhöhle auch zu einer Gefährdung der allgemeinen Gesundheit werden kann. Denn Entzündungen im Maul sind Infektionsherde, von denen gefährliche Bakterien in den ganzen Körper gestreut werden können und dort z. B. Herzentzündungen oder Nierenkrankheiten auslösen können. Am besten wäre es, wenn man den Tieren täglich die Zähne putzen würde. Bei einigen Hunden und sogar Katzen gelingt dieses auch sehr gut. Der Tierarzt/ die Tierärztin zeigt gerne, wie es geht – dann muss man geduldig und behutsam üben. Wichtig ist, dass bei der Tierzahnpflege nur spezielle Tierzahnbürsten und Tierzahncremes zum Einsatz kommen. Zahnbürsten für den Menschen sind für die Tiere meist zu groß und ihre Borsten sind für das empfindliche Zahnfleisch von Hund und Katze zu hart. Zahnpasta für den Menschen schmeckt Hund und Katze nicht und kann aufgrund ihres hohen Fluoridgehalts auch zu Vergiftungen führen, da die Tiere die Zahnpasta nach dem Zähneputzen nicht ausspülen können. Wenn es mit dem Zähneputzen trotz aller Mühe nicht klappt, helfen auch zahnpflegende Snacks oder Spezialfutter – jedoch nur, wenn das Tier keine medizinische Diät einhalten muss.
Hat sich bereits Zahnstein gebildet, muss dieser vom Tierarzt unter Narkose mit einem Ultraschallgerät entfernt werden. Häufig entdeckt der Tierarzt bei dieser Tätigkeit auch andere Zahnschäden; können diese nicht repariert werden, bleibt nur das Ziehen des Zahns. Doch keine Sorge – auch völlig zahnlose Tiere können noch ein gutes Leben führen, wenn man ihnen ihr Futter weich serviert.

Text und Fotos:
Mit freundlicher Genehmigung der Schlüterschen Verwaltungsgesellschaft mbH vom 19.12.2014
Quellnennung: Der Praktische Tierarzt 90 (Ausgabe 4/2009) - Sonderheft "Geriatrie" (E-Paper), Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, (Seite 6 - 13).

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