Irland 2001 - Die Tourbeschreibung

 

 Der erste Tag in Irland:

Ankunft mit der Fähre der Irischen Reederei Irish Ferries in Rosslare am Vormittag. Alle sind etwas nervös, denn wir wissen ja alle nicht, wie sich diese kaum untereinander bekannte Gruppe von Tierärzten und deren Angehörigen miteinander versteht.

  • Wie ist das Reisetempo?
  • Bin ich die Langsamste, die die Truppe bremst?
  • Zehn Menschen, zehn Meinungen über die Fahrtroute?

Doch zunächst werden wir auf die Mentalität der Iren vorbereitet!

Wir sitzen im Gang, irgendwo tief unten in der Fähre, den genauen Standort der Motorräder weiss ich gar nicht, da war bei der Ankunft doch alles neu und aufregend:

  • Motorrad selbst an der Wand gegen Sturm sichern!
  • Was benötige ich für die eine Nacht?
  • Kann ich den Rest auf der Maschine lassen?

Endlich, nach langem Warten im engen Gang, öffnen sich die Türen zu den Verladedecks, die Motorräder stehen unbeschadet an ihrer Stelle, alles ist jetzt eng an eng mit Autos aufgefüllt, jeder versucht irgendwie zu seinem Fahrzeug durchzukommen, vorsichtig um kein Lackschaden zu produzieren wird Gepäck und Helm an den Autos vorbeibalanciert, wir verladen unsere Sachen, kontrollieren die Befestigungen, lösen die Anbindestricke. Und dann.........

Nichts!!! Es tut sich nichts!!!!

 

Eddie, Ralph und Uli
O.K. Wir waren die ersten auf der Fähre, also wird das Entladen wohl in umgekehrter Reihenfolge stattfinden! Warten. Wir hören, wie sich das untere Deck leert, Abgase steigen hoch und verschlechtern die sowieso stickige Luft. Wir sind nur zu Dritt oben, Peter, Dirk und ich, die anderen kamen erst spät in Rosscoff (F) an und haben einen Platz im unteren Deck, können also früher aus diesem Schiff raus, die haben's gut...

Und weiter heisst es warten! Es sind keine Autogeräusche von unten mehr zu vernehmen, alles schaut gespannt nach vorne, ja, wann kommen wir denn jetzt dran? Die Iren sitzen gelassen in ihren Autos, ungewohnt sucht man den Fahrer auf der linken Fahrzeugseite, es sind ja Rechtslenker!

Es geht immer noch nicht weiter!

Die Ersten gehen nach vorne um zu schauen, was denn los ist. Dirk und Peter gehen auch vor. Zurück kommt keiner, also gehe ich auch vor! Oh, wie schön, etwas Frischluft, irische Luft, kommt mir entgegen! Den Grund des langen Wartens erklärt uns dann ein irischer Arbeiter. Direkt unter der Laderampe, die zu unserem Entladen abgesenkt werden muss, steht ein LKW! Na, und? Ja, der Fahrer wird noch gesucht! Vermutlich hat er die Nacht durchgefeiert und schläft irgendwo auf der Fähre, die Arbeiter quittieren unsere ungläubigen Blicke mit Achselzucken!

 

Letzte Vorbereitungen

Dies ist die irische Gelassenheit -
 

 - ja, Zeit hat man in diesem Land !!!

 

 Aufgeregt?

 -Nee, wir doch nicht!

 Oder doch ?

Nach einer knappen Stunde (!) ist dann auch der Fahrer gefunden, grinsend krabbelt er in sein Führerhaus und es geht weiter mit dem Entladen!

Unsere Freunde stehen schon ungeduldig wartend auf dem Entladehof: " Ja, wo bleibt Ihr denn? "

Dann gehts los!!!!

Schnell hat sich die Gruppe sortiert, die rote BMW von Dirk vorneweg, als Motorradkücken bleibe ich an zweiter Stelle und konzentriere mich zunächst aufs Linksfahren. Dann auch noch das: Kreisel an Kreisel durchfahren wir im Linksverkehr! Doch schnell merke ich, das macht ja Spass !!! Keine langen Wartezeiten an ständig roten Ampeln (Ampeln habe ich nur in Sligo bewusst wahrgenommen, da fühlte man sich wieder so richtig heimisch - warten, warten, dann etwas weiter zuckeln ! )

Aber hier: Es läuft der Verkehr, rein in den Kreisel, raus aus dem Kreisel und keine Diskussionen an einer Kreuzung: Müssen wir jetzt nach rechts oder nach links oder doch geradeaus? Kreisel sei Dank ! ! Im Zweifelsfall gibts eine Ehrenrunde durch den Kreisel, aber nur gaaannzzz selten!!!

Die Zweifel verfliegen mit jedem Kilometer, es kommt die Freude auf ein herrliches Abenteuer!

Die saubere Meerluft schnuppern, die vielen grünen Farben, die einzeln stehenden Häuser mit großen angelegten Gärten - Kühe - Schafe !!!

So geht unsere Tour von Rosslare über Enniscorthy, Carlow, Port Laoise, Tullamore, Athlone, Roscommon und Tulsk nach Boyle !

Endlich, am späten Nachmittag haben wir Boyle erreicht, hier irgendwo ist unser Ferienhaus am Logh Key! Christian ist gefragt, war er doch schon mal hier, aber wir finden die richtige Abzweigung nicht und stehen irgendwann in den Curlew Mountains! Also Andrea, unsere Gastgeberin anrufen!

"Ja , wo sind wir genau? Na, hier eben, da ist ein Hochspannungsmast, wir sind einen Berg hochgefahren, das war schon hinter Boyle! Ja, hol uns halt hier ab, wo immer das sein mag!"

So ganz phantasievoll sind wir jetzt auch nicht mehr. Wieder beginnt das Warten !

Andrea ist da ! 

 

Der eiserne Reiter bei Boyle

Vor uns ist eine größere Strasse, die beiden K's fahren in entgegengesetzte Richtungen! " Wo ist Andrea, wo ist unser Haus? "

Endlich, ein roter Jeep kommt, Andrea ist da und geleitet uns zu unserem Haus! Doch vorher bekommen wir noch den eisernen Reiter sowie die schöne Aussicht über den Logh Key gezeigt!

Von unserem Ferienhaus sind wir angenehm überrascht, sauber, schön eingerichtet!

Das Freude ist groß, sind doch unsere Kollegen, die per Flugzeug die Reise angetreten haben, schon da und bereiten ein Abendessen für uns vor!

 

Unser Ferienhaus in Boyle

Blick auf den Lough Key
Die Schlacht um die Betten beginnt, es ist ja nur ein Haus für fünf Personen! So zelten einige vor dem Haus, andere übernachten bei Andrea. 

 

Der Abend - nun, das ist schnell erzählt. Es ist eine lustige Feier, alle sind glücklich, daß diese Irlandfahrt so harmonisch begonnen hat und wir alle ohne Pannen in Boyle angekommen sind!

Noch einen Monat vorher war von uns niemand sicher, ob wir es trotz MKS in England und der Gefahr eines Ausbruches in Irland überhaupt schaffen würden, in dieses schöne grüne Land zu fahren !
 

 

 

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© 2000 - 2010 Text und Bilder: Dr. med. vet. Kristine Hucke, Wiesbaden