Motorradtour Sommer 2002
Frankreich: Zentralmassiv - Provence - Cote d'Azur - Grand Canyon du Verdon - Französische Alpen - Schweizer Alpen
 
Der fünfte Tag:
Carpentras - Malaucene - Mont Ventoux - Col des Tempetes - Rolfand - Sault - Gorges de la Nesque

 

Wieder begrüßt uns die Sonne zum Frühstück. Wir wollen heute auf den Mont Ventoux, einen der wenigen Berg, die Dirk noch nicht befahren hat. Wir starten zunächst über die N 938 nach Malaucene. Dem Hinweis auf das Chateau können wir nicht unbeachtet lassen, so biegen wir links ab und erklimmen das Anwesen auf dem Berg. Ein schönen Ausblick in die Ebene und auch zum M.Ventoux belohnt unseren Abstecher. In Malaucene füllen wir wieder unser Bordverpflegung und auch als nicht französisch sprechende Deutsche gelingt es mir zusammen mit der Verkäuferin die Vorräte aufzufüllen. Dann geht es hinauf, die Strasse ist zunächst breit und sehr gut befestigt, an den letzten Rechtskehren (Logis de France mit herrlichem Ausblick) staut sich dann der Verkehr, es geht langsam vorbei an den in luftiger Kleidung in ihren PKW's ausharrenden Urlaubern.

Am Chatau, der Mt. Ventoux im Hintergrund

   

Auf dem Mont Ventoux

Auf der Spitze angekommen merken wir schnell: Wir sind in unserer Motorradkleidung hervorragend bekleidet. Mancher Urlauber, selbst mit kurzen Hosen und Sandalen bekleidet, beneidete uns, denn es ist kalt und sehr stürmisch auf dem Mont Ventoux. Der Berg der Winde macht seinem Namen Ehre. Auf dem höchsten Berg der Provence fegt kräftig der Mistral. Der Blick reicht weit über die Provence und man kann fast das Meer sehen, fast, es ist wohl eher ein Wunsch in dieser Kälte!
   
Wir wollen weiter nach Sault, der Lavendelhauptstadt in der Provence. Und so fahren wir wieder hinunter von der leblosen anmutenden, weissen  Bergspitze, hinein in die ersten Gräser und Bäume. Über den Col des Tempetès, dem Pass der Stürme, doch hier hat sich der Wind schon wieder gelegt.

Der Berg, von der Südrampe aus

 

Sault und seine Umgebung

Im Rausch der Kurven, Vorsicht hier sind viele Radfahrer bergauf und auch bergab unterwegs, übersehen wir beide den ersten Abzweig nach Sault, so fahren wir weiter hinab bis Rolfand und biegen dann links ab Richtung Sault. Ab Flassan erwartet uns ein munterer Kurvenreigen, ja, ich habe fast das Gefühl durch einen Irrgarten aus Kiefern zu kurven, so dicht sind die Kurven nach rechts und links. In Les Abeilles entdecken wir die Zivilisation neu, ja , wir sind nicht auf einem kleinen Feldweg sondern auf der Strasse nach Sault. Wir kommen vom Berg hinab nach Sault und uns erwartet ein impossanter Blick: Ein riesiges Farbenmeer in grün, braun, gelb, blau, weiss und ja auch in violett. Und es ist wahr, wir riechen den Lavendel schon!
   
Sault, die Lavendelhauptstadt, ist immer einen Abstecher wert. Hier gibt es alles was man direkt und indirekt mit Lavendel zusammen bringt. Nach dem Kurvenrausch eine willkommene Abwechslung durch die kleinen Läden zu stöbern und den Duft des Lavendels zu inhalieren.

Lavendelduft pur...

   

Lavendelfelder, kurz vor der Ernte

 

Mein Tipp: Lieber ein Flakon mehr von der herrlichen Lavendelessenz einkaufen, es ist schneller verbraucht als man denkt, und den richtigen Lavendel, ja, den gibt es wohl nur in der Provence!
   
Nach einer Kaffeepause geht es zurück nach Carpentras, aber auf dieser Strecke erwartet uns das Gorges de la Nesque, eine Schlucht mit herrlichen Ausblicken, hervorragenden Kurven und idealem Strassenbelag. Die 20 km lange Schlucht zwischen Sault und Villes-sur-Auzon führt durch eine karge Berglandschaft, am Rocher du Cire bietet sich ein grandioser Blick in die 300 Meter tiefer gelegene Schlucht. Und: ... man ist fast allein auf der Strasse, also Motorradfahren in seiner schönsten Form!

Georges de la Nesque

 

 

 

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© 2000 - 2010 Text und Bilder: Dr. med. vet. Kristine Hucke, Wiesbaden