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Erste Hilfe bei Hund und Katze - Informationen aus der Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke Wiesbaden

Erste Hilfe bei Hund und Katze

Teil 2: Notfälle - Organsysteme

13b. Magen-Darm-Trakt

13.6 Erkrankungen der Magenschleimhaut (Gastritis)

Ursache: Aufnahme von schädlichen Stoffen oder als Folge von Infektionskrankheiten (Staupe, Leptospirose, Parvovirose, Katzenseuche).

Symptome:
Akute Erkrankung: Erbrechen bei wechselhafter oder anhaltender Appetitlosigkeit. Das Erbrochene besteht aus Futter oder glasigem, schaumigen, manchmal gelblichen Schleim. Das Erbrechen tritt oft auch direkt nach der Wasseraufnahme auf.

13.7 Magenüberladung (Dilatatio ventriculi), Magendrehung (Torsio ventriculi)

Ein absoluter Notfall und dementsprechend ist ein sofortiger Tierarztbesuch angezeigt.

Die Magenüberladung ist eine gasenthaltende Auftreibung des Magens.

Ursache: Nicht genau bekannt, jedoch vermutet man eine bakterielle Beteiligung, durch die der Milchsäuregehalt im Magensaft ansteigt.
Auch wird die Fütterung zu großer Mengen fester Nahrung und der Umstellung des Welpens von der Muttermilch auf feste Kost als vorbestimmender Faktor diskutiert.

Symptome: Häufiges Aufstoßen mit Ablassen der Magengase, Erbrechen, Appetitlosigkeit und eine deutliche Aufblähung des Magens direkt hinter dem Rippenbogen.
Die Tiere zeigen in der akuten Phase ein deutliches Unwohlsein und eine erschwerte Atmung durch die starke Druckbelastung auf Zwerchfell und Lunge.

Magendrehung

Ursache: Auch nicht ganz geklärt.
Hunde großer Rassen mit tiefer Brust wie der Deutsche Schäferhund, Bernhardiner, Dogge und Setter sind besonders betroffen.
Rüden erkranken häufiger als Hündinnen.
Die Drehung entsteht bei wenig gefülltem Magen, wobei eine Gewebsschwäche der Haltebänder des Magens sowie eine verminderte Muskelkraft des Magens Voraussetzung sind. Durch gasbildende Keime entsteht eine gesteigerte Gasbildung im Magen, ein Teil des Magens wird verlagert und so die Voraussetzung für die Drehung geschaffen.

Bei der vollständigen Drehung um 180° wird auch die Milz mitverlagert, alle Magenzugänge und -abgänge sowie die Blutgefäße werden ähnlich wie Würste abgedreht und weitere Blähungen durch die Gasbildung im Magen verschlechtern die Situation.

Symptome: Gekennzeichnet durch das schnelle Aufblähen. Die Rippenbögen werden durch den starken Druck des Magens nach außen gestellt. Durch die abgedrehten Blutgefäße kommt es zusätzlich zur weiteren Kreislaufbelastung. Das Tier ist unruhig und liegt viel. Durch Würgebewegungen versucht das Tier den Druck abzulassen und den Mageninhalt zu entleeren.
Bei der vollständigen Drehung kann jedoch nichts erbrochen werden!

13.8 Erkrankungen des Dünndarmes (Enteritis)

Symptome: Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit sowie ein aufgeblähter Bauch und evt. Schmerzäußerungen.
Der Durchfall gilt als Hauptsymptom einer Enteritis und kann vielerlei Ursachen haben.

Ursachen: Ernährungsfehler (z.B. Stärkegehalt > 60 %, Fäulnisprozesse durch alleinige Fütterung von tierischem Eiweiß, Fäulnis- und Gärungsprozesse bei > 10 % pflanzlichen Eiweiß (Vegetarische Ernährung) , Leber- und Bauchspeichel-drüsenerkrankungen, Unterkühlung des Bauchbereiches aber auch Infektionen (bakterielle, virale, parasitäre Erkrankungen) oder toxisch bedingte Störungen (Vergiftungen mit Arsen, Thallium, Schwer-metallen, Phosphorsäureester, Cumarin)
Normalerweise passiert der Nahrungsbrei innerhalb von 8-10 Stunden den Dünndarm, dabei werden 80% des Wassers aus der Nahrung heraus, in den Körper resorbiert.
Beim Durchfall wird durch eine beschleunigte Darmpassage und somit verkürzter Verdauungszeit sowie Resorptionsstörung zuwenig Wasser aus dem Nahrungsbrei aufgenommen und deshalb ausgeschieden. Durch die Schädigung der Darm-zotten kann es zur zusätzlichen Wasserausscheidung aus dem Körper in den Darm kommen.
Durch diese Veränderungen im Darm kommt es zusätzlich zur Reduktion der für die Verdauung notwendigen Darmbakterien, andere die Verdauung schädigende Bakterien, die normalerweise nur in geringen Mengen im Darmtrakt vorkommen, können sich durch das veränderte Darmmilieu sprunghaft vermehren und so aus einer kleinen Verdauungsstörung eine schwere Infektionskrankheit entstehen lassen.

13.9 Darmverschluß

Auch eine lebensgefährliche Erkrankung.

Ursachen: Durch Ineinanderschieben von Darmteilen (Invagination), durch Drehung oder Verschlingen von Darmteilen (Volvulus) oder durch eine Passagebehinderung durch Fremdkörper oder bei Welpen durch starken Wurmbefall wird eine Weiterbeförderung des Nahrungsbreies durch die verschiedenen Darmabschnitte verhindert.

Symptome: Appetitlosigkeit, Erbrechen und fehlender Kotabsatz.
Die Tiere sind apathisch, z.T. unruhig, stöhnen und einige Tiere zeigen eine typische "Gebetsstellung" (hochgestellte Hinterbeine bei liegenden Vorderbeinen) Gerade das Fehlen der Kotabgabe bei Erbrechen und schlechter werdendem Allgemeinbefinden sollte hier auf die richtige Spur weisen.

13.10 Verstopfung (Obstipation)

Ursache: Durch eine zeitlich verlangsamte Darmpassage wird immer mehr Wasser aus dem Nahrungsbrei entzogen.

Symptome: Trockener, harter Kot, vermehrtes Pressen und Nachpressen beim Kotabsatz.
Bei besonders schweren Fällen können die Symptome des Darmverschlusses (Schmerzen, gestörtes Allgemeinbefinden, Erbrechen) auftreten.
Bei leichten Fällen und bekannter Ursache (Fehlfütterung) kann die Behandlung eingeleitet werden.

Jedoch können auch andere Erkrankungen Durchfall und Erbrechen auslösen. Bei Lebererkrankungen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen können diese Symptome als Hauptmerkmale auftreten.
Diese Symptome können zunächst als alleinige Symptome auftreten oder gekoppelt sein mit Störungen des Allgemeinbefindens oder Fieber.

Auch Nierenerkrankungen, die mit Funktionsstörungen der Niere und verminderter Ausscheidung der harnpflichtigen Stoffe einhergehen, können durch die steigende Konzentration dieser für den Körper toxischen Stoffe zu Erbrechen führen.

13.11 Entzündungen der Analbeutel

Ursache: Das Drüsensekret wird pastös, schleimig-eitrig und kann nicht mehr durch den Ausführungsgang ausgeschieden werden.

Symptome: Anschwellung der Analbeutel, das Tier reagiert mit Schlittenfahren, Juckreiz und Belecken der Afterregion. Oft ist eine prall gefüllte Beule seitlich des After sichtbar.
Bei längerem Bestehen kann diese Beule aufplatzen und ein eitrig, stinkendes Sekret absondern.

Wir verweisen nochmals auf die Hinweise in den EH - Anmerkungen

weiter im Teil 2:.....   3  4  [5] 6  7 

 

Erste - Hilfe - Themen:

Inhaltsverzeichnis
Teil A: Anmerkung zur Benutzung der Erste- Hilfe Unterlagen
Teil 1: Hautverletzungen, Lahmheiten, Traumen
Teil 2: Erste Hilfe bei Organerkrankungen

 

Praxis:

Dr. Kristine Hucke
Dotzheimer Str.135a
65197 Wiesbaden
Tel: 0611 - 48 908

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