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Reisekrankheiten - Informationen der Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke, Wiesbaden

Reisekrankheiten

Schutz vor Blutsaugern Teil 1:
Zecken als Überträger von Reisekrankheiten

 

Borreliose

Borreliose wird durch Zecken übertragen, ist aber keine Reisekrankheit, sondern eine Gefahr, die direkt vor unserer Haustür lauert. In Europa ist die Borreliose flächendeckend verbreitet. Deutschland liegt mitten im Kern dieses Verbreitungsgebietes, die Gefahr einer Infektion ist regional unterschiedlich groß.
Die Borreliose ist eine bakterielle Infektionserkrankung, an der sowohl der Hund als auch der Mensch erkranken kann. Übertragen wird die Borreliose durch Zecken. In der Regel ist es der Gemeine Holzbock, aber auch andere Zeckenarten können die Infektion übertragen. Die Infektionserreger sind kleine, Borrelien genannte, schraubenförmige Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten. Die Bakterien breiten sich nach dem Zeckenstich über den Blutkreislauf im gesamten Körper des Hundes aus und können verschiedene Organe, Gelenke sowie das Nervensystem befallen.

Nach dem Stich der Zecke vergeht einige Zeit, bis der Zeckenspeichel tatsächlich infektiös wird. Die Borrelien müssen zunächst in der Zecke aktiviert werden, dieser Prozess nimmt etwa acht bis 24 Stunden in Anspruch. Entdeckt und entfernt man die Zecke innerhalb dieses Zeitfensters, kann das eine Infektion verhindern. Hunde sollten in der „Zecken-Saison“ täglich auf Zecken untersucht werden.

Die Borreliose verläuft chronisch. Die ersten Symptome zeigen sich oft erst viele Tage oder Wochen nach der Infekti­on, also zu einem Zeitpunkt, an dem niemand mehr an den Zeckenstich denkt. Erschwert wird die Diagnose zusätzlich durch das unspezifische Beschwerdebild. Die Tiere zeigen sich müde und antriebslos, sie verweigern das Futter. Es kommt zu einzelnen oder wiederkehrenden Fieberschüben – alles Symptome, wie man sie bei vielen Infektionskrankheiten im Anfangsstadium antrifft. Im weiteren Verlauf können die Lymphknoten geschwollen sein. Sind die Gelenke betroffen, stellen sich Lahmheiten, Schwellungen und Schmerzen der Gelenke ein, zum Teil wechselnd zwischen Vorder- und Hintergliedmaßen. Es kann zu neurologischen Ausfällen wie Gesichtsnervenlähmungen kommen. Bleibt eine Borreliose unerkannt oder wird sie zu spät diagnostiziert, kann sie Organschädigungen an Herz und Nieren hervorrufen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen. Andererseits sind auch vollkommen symptomlose Verläufe nicht selten.

Einen einzigen Bluttest für den sicheren Nachweis einer aktiven Infektion gibt es nicht. Diagnostiziert wird die Erkrankung durch verschiedene, sich ergänzende Blutuntersuchungen, die entweder vom Körper gebildete spezifische Antikörper gegen die Borrelien oder, in einigen Fällen auch möglich, die Borrelien selbst nachweisen.

Mittel der Wahl bei der Therapie der Borreliose sind Antibiotika. Eine vorbeugende Impfung gegen Borreliose ist seit einigen Jahren ebenfalls möglich. Da sich die erhältlichen Impfstoffe jeweils nur gegen einzelne Borrelien-Stämme richten und in Deutschland auch andere Stämme vorkommen, muss ein Hund trotz Impfung unbedingt vor Zecken geschützt werden. Für Ihr Urlaubsgebiet kann die Impfung durchaus anzuraten sein – lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.

Text und Fotos:
Mit freundlicher Genehmigung der Schlüterschen Verwaltungsgesellschaft mbH vom 5.4.2012
Quellnennung: Der Praktische Tierarzt 93 (Ausgabe 4/2012) - Sonderheft "Hund und Katze gehen auf Reise" (E-Paper), Schlütersche Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hannover, (Seite 38 - 43).

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Themen zu den Reisekrankheiten:

Teil A: Reisekrankheiten und ihre Verbreitungsgebiete
Teil 1: Schutz vor Blutsaugern Teil 1: Zecken als Überträger von Reisekrankheiten
Teil 2: Babesiose, Ehrlichiose, Anaplasmose, Hepatozoonose, Borreliose
Teil 3: Schutz vor Blutsaugern Teil 2: Mücken als Überträger von Reisekrankheiten
Teil 4: Leishmaniose, Dirofilariose
Teil 5: Reisekrankheiten (alter Artikel)
Teil 6: eingeschleppte Infektionskrankheiten (alter Artikel)

 

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